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Anonyma - Eine Frau in Berlin

Deutschland, Polen, 2008
Drama



Kino-Start:
23.10.2008

Regie:
Max Färberböck

Darsteller:
Nina Hoss (Anonyma), Yevgeni Sidikhin (Andreij Rybkin), Irm Hermann (Witwe), Rüdiger Vogler (Eckhart), Ulrike Krumbiegel (Ilse Hoch), Rolf Kanies (Friedrich Hoch), Jördis Triebel (Bärbel Malthaus), Roman Gribkov (Anatol), Juliane Köhler (Elke), Samvel Muzhikyan (Andropov), Eva Loebau (Frau Wendt), Rosalie Thomass (Greta Malthaus), Anne Kanis (Flüchtlingsmädchen), August Diehl (Gerd), Sandra Hüller (Steffi), Erni Mangold (Achtzigjährige Frau), Viktor Zhalsanov (Mongole), Aleksandra Kulikova (Mascha), Oleg Chernov (Vergewaltiger), Sebastian Urzendowsky (Junger Soldat), Hermann Beyer (Dr. Wolf), Ralf Schermuly (Buchhändler), Isabell Gerschke (Lisbeth), Aleksandr Samojlenko (Petka)
Anonyma - Eine Frau in Berlin
Plakat
In allen Kriegen der Geschichte kam es neben Plünderung auf immer zu Vergewaltigungen. Das war auch zahlreich nach dem Einmarsch der Roten Armee in Deutschland Ende des 2. Weltkriegs der Fall. Für sein Drama "Anonyma - Eine Frau in Berlin" greift Max Färberböck auf einen Tagebuchbericht einer Betroffenen zurück.

Berlin im April 1945: Die Stadt ist eine Trümmerwüste, und der Zweite Weltkrieg ist für Deutschland faktisch schon längst verloren. Die Sowjetarmee hat mittlerweile die Stadtgrenze Berlins überschritten. Und der Ruf, der den russischen Soldaten vorauseilt, lässt die Bewohner, zermürbt von Luftangriffen und Artilleriebeschuss, grausen.

So wie eine Gruppe von Menschen, die im Keller eines halb zerbombten Wohnhauses ausharren. Die meisten Männer sind, wenn nicht gefallen, dann in Kriegsgefangenschaft. So sind dort neben ein paar Älteren Männern nur Frauen. Dazu gehören eine ältere Witwe (Irm Hermann), die die einrückenden Soldaten bewirtet und die Schwestern Bärbel (Jördis Triebel) und Greta Malthaus (Rosalie Thomass), die sich trotz der Umstände ihre Lebensfreude bewahrt haben.

Auch die Journalistin Anonyma (Nina Hoss) ist dabei, deren Freund Gerd (August Diehl) vor einiger Zeit an der Ostfront verschwunden ist. Sie muss miterleben, wie viele der Frauen zum Opfer von Vergewaltigung durch die Besatzer werden, und schreibt diese Erlebnisse in ihrem Tagebuch nieder.

Im Gegensatz zu den anderen, die diese Verbrechen mehr oder weniger widerspruchslos hinnehmen, nicht zuletzt wegen des Arguments, die Deutschen hätten in Russland noch viel schlimmere Untaten angestellt, will sie sich damit nicht abfinden. Vor allem will sie vermeiden, dass ihr das nochmal passiert.

So sucht sie sich unter den sowjetischen Offizieren einen Beschützer, einen Wolf, der sie vor den anderen Wölfen verteidigt. Zum Ausgleich will sie sich ihm hingeben, dann hat sie wenigstens die Wahl. Und die fällt auf Andreij Rybkin (Yevgeni Sidikhin), einen ebenso stattlichen wie zurückhaltenden Leutnant.

Zwischen den beiden entwickeln sich allmählich tiefere Gefühle, doch die Tatsache, dass beide vor kurzem ja noch Feinde in einem gnadenlosen Krieg waren, steht immer noch zwischen ihnen. Auch die übrigen Frauen arrangieren sich so gut es geht, und schließlich feiern Sieger und Besiegte ausgelassen ein Fest, in der Hoffnung auf die künftige Normalität...

Film-Inhalt  

Besiegte: Nina Hoss als Journalistin Anonyma
Besiegte: Nina Hoss als Journalistin Anonyma

  Hintergrund

Besatzer: Offizier Andreij (Evgeny Sidikhin)
Besatzer: Offizier Andreij (Evgeny Sidikhin)

Vergewaltigungen während eines Krieges zählen zu den Ereignissen, die von der Politik gerne als "Kollateralschäden" bezeichnet werden. Die Betroffenen schweigen ohnehin meist aus Scham und der Angst vor den Reaktionen ihrer Umwelt. Die Schuld, die viele Deutsche damals trugen, machte es noch schwerer, die Täter anzuklagen.

Im Fall der Vergewaltigungen durch sowjetische Soldaten betraf es zudem das zwischenzeitliche Staatsgebiet der DDR, deren Regierung eine Auseinandersetzung mit diesem Thema und eine Verurteilung von Angehörigen der Armee des "großen Bruders" nicht auf der Tagesordnung haben wollte.

Eines der wenigen schriftlichen Dokumente über derartige Vorgänge sind Tagebuchaufzeichnungen einer Frau, die vom vom 20. April bis zum 22. Juni 1945 reichen. 1954 wurden sie erstmals in New York auf Englisch in Buchform unter dem Titel "Eine Frau in Berlin" von der Betroffenen Marta Hillers veröffentlicht. Es dauerte weitere fünf Jahre, bis Deutschland so weit war. 1959 erschien dann die einzige authentische Veröffentlichung über Massenvergewaltigungen in Deuschland während des 2. Weltkriegs.

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Berlin ist ein Trümmerhaufen
Berlin ist ein Trümmerhaufen

  Stab und Besetzung

Andreij sticht Anonyma ins Auge
Andreij sticht Anonyma ins Auge
Regie:
Max Färberböck

Buch:
Max Färberböck, Catharina Schuchmann, Marta Hillers

Kamera:
Benedict Neuenfels

Schnitt:
Ewa J. Lind

Produktion:
Günter Rohrbach

Musik:
Zbigniew Preisner

Kostueme:
Lucia Faust

Maske:
Anette Keiser

Darsteller:
Nina Hoss, Yevgeni Sidikhin, Irm Hermann, Rüdiger Vogler, Ulrike Krumbiegel, Rolf Kanies, Jördis Triebel, Roman Gribkov, Juliane Köhler, Samvel Muzhikyan, Eva Loebau, Rosalie Thomass, Anne Kanis, August Diehl, Sandra Hüller, Erni Mangold, Viktor Zhalsanov, Aleksandra Kulikova, Oleg Chernov, Sebastian Urzendowsky, Hermann Beyer, Ralf Schermuly, Isabell Gerschke, Aleksandr Samojlenko

Zeitgleich mit dem Film "Anonyma - Eine Frau in Berlin" in der Regie von Max Färberböck liefen am 23.10.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Nordwand
Bergdrama, Deutschland, Schweiz, Österreich, 2008


High School Musical 3
Komödie, USA, 2008


Hidden Heart
Dokumentation, Deutschland, Schweiz, Südafrika, 2008


Die Stadt der Blinden
Mysterythriller, Kanada, Brasilien, Japan, 2008


Ananas Express
Actionkomödie, USA, 2008

Ebenfalls im Kino  



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