Basierend auf einer wahren Geschichte, wenn auch mit anderem Ausgang, bringt die 1976 in Berlin geborene Filmemacherin Julia von Heinz mit "Was am Ende zählt" ihr Spielfilmdebüt in die Kinos. In dem von WDR und Arte mitproduzierten Film geht es um den gefährlich eskalierenden Streit zweier junger Frauen um ein Neugeborenes. Vor der Kamera ist unter anderem die Max-Ophüls-Preisträgerin Marie-Luise Schramm zu sehen.
Die junge Carla (Paula Kalenberg) ist einfach von Zuhause weggelaufen. Sie hat nämlich große Pläne: Carla will nach Lyon, um dort Mode zu studieren.
Doch schon am Bahnhof endet ihre Reise, noch bevor sie wirklich begonnen hat: Ihr wird alles gestohlen, und völlig mittellos muss sich Carla an die Zufallsbekanntschaft Rico (Vinzenz Kiefer) halten, der ihre einen Job auf einer "Baustelle" gibt.
Diese Baustelle ist ein altes Boot, das Rico zu einer schwimmenden Kneipe umbauen will. Auf dem Boot lebt auch die herumstreunende Lucie (Marie-Luise Schramm) und deren Bruder Michael (Benjamin Kramme).
Lucie und Carla werden schnell Freundinnen, und es entwickelt sich eine zaghafte homoerotische Beziehung zwischen den beiden jungen Frauen. Carla sieht bei Lucie, wie es ist, einen festen Platz im Leben zu haben, und für Lucie öffnet sich durch Carla der Zugang zu einer neuen, größeren Welt.
Als Carla kurz vor ihrer beabsichtigten Weitereise feststellt, dass sie schwanger ist, scheint ihr Traum von Lyon endgültig zu platzen, denn für eine Abtreibung ist es schon zu spät.
Lucie, die sich innig wünscht, dass Carla länger auf dem Boot bleiben würde, schlägt ihr vor, sie könne deren Kind austragen, und sie selbst - Lucie - würde es dann als das ihrige gegenüber den Behörden ausgeben.
Carla lässt sich darauf ein, und bis zur Geburt verstecken sich die beiden Mädchen in einer Wohnung. Einzig Michael ist ihr Mitwisser.
Doch als das Kind dann auf der Welt ist, will Carla ihr Baby nicht verlassen. Die Situation eskaliert gefährlich, bis die "beiden" Mütter sich zu einer Entscheidung durchringen können, die ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen soll...
Film-Inhalt
Zwei Frauen und ein Baby
Hintergrund
Mehr als nur Freundschaft
"Was am Ende zählt" ist das Spielfilmdebüt von Julia von Heinz, die sowohl das Drehbuch schrieb als auch Regie führte.
Die 1976 in Berlin geborene von Heinz studierte Kameratechnik an der TFH Berlin und führte bislang Regie bei vier preisgekrönten Kurzfilmen. Anschließend arbeitete sie als künstlerische Mitarbeiterin bei Rosa von Praunheim an der HFF Potsdam Babelsberg im Fach Spielfilmregie.
Über ihren ersten abendfüllenden Film sagt sie: "Menschen, die ihr Leben in einer Parallelwelt aus eigener Kraft bestreiten, ohne die
Absicherung der Gesellschaft, aber auch ohne deren Konventionen, setzen oft Kräfte frei, um ihre Träume zu erreichen, die sie in einem bürgerlichen Umfeld niemals entwickelt hätten."
"Was am Ende zählt" gewann den Chrystal Gryphon Award auf dem Giffoni Film Festival 2007, wurde als Best Feature Film auf dem International Film Festival for Children and Young People Albania 2007 ausgezeichnet, ebenso als Bester Spielfilm auf der IFF Schwäbisch Hall 2007.
Das Werk lief auch auf der 57. Berlinale in der Rubrik "Perspektive Deutsches Kino" und wurde vom WDR und Arte co-produziert.
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Darsteller: Marie-Luise Schramm, Benjamin Kramme, Vinzenz Kiefer, Toni Osmani, Martin Ontrop, Katy Karrenbauer, Anja Beatrice Kaul, Evelyn Meyka
Zeitgleich mit dem Film "Was am Ende zählt" in der Regie von Julia von Heinz liefen am 01.05.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an: