Darsteller: Rafael Ferro (Carlos), Erica Rivas (Lizzie), Adrian Goessel (Alex, Kind), Fabian Busch (Alex), Alice Dwyer (Sik), Joachim Paul Assböck (Jürgen), Toni Gomis Chaparro (Anita), Volkmar Kleinert (Günther), Roman Russo (Andreas), Kristian Kiehling (Micha), Martina Eitner (Lehrerin)
"Wenn es hart auf hart gekommen wäre, hätte ich mit ihm auch ein Telefonbuch verfilmt". Das sagt Produzent Nicolas Grupe zu Alejandro Cardenas Amelio, mit dem er gemeinsam an der dffb studierte. Stattdessen bringen sie mit seinem Spielfilmdebüt "Die Tränen meiner Mutter" ein Drama über argentinische Einwanderer auf die Leinwand.
Buenos Aires, Ende der 1970er Jahre: Nach mehreren Putschs wird Argentinien von einer Militätdiktatur beherrscht. Der Bruder von Alex' (Adrian Goessel) Mutter wird von der Militärjunta verschleppt. Seine Eltern Lizzy (Erica Rivas) und Carlos (Rafael Ferro) entscheiden sich, das Land zu verlassen.
Nach einer Odyssee durch Europa landet die Familie schließlich in West-Berlin. Sie kommen in einer Wohngemeinschaft unter, die in einem weitläufigen Stockwerk eines ehemaligen Fabrikgebäudes lebt. Alex erlebt hier eine völlig neue Welt, die Eindrücke der Berliner Mauer oder Punks auf der Straße, so etwas hat er bislang nicht gesehen.
Auch von der Toleranz der Bürger ist er überrascht. In seiner neuen Klasse an der deutschen Schule empfangen ihn die künftigen Mitschüler in Ponchos gekleidet, und die Lehrerin (Martina Eitner) bergrüßt den Zwölfjährigen auf Spanisch. Für den Jungen ist das eine spannende Zeit, und für ihn ist die Fabriketage seine Piratenburg.
Für ihn gehören die Mitbewohner bald zur eigenen Großfamilie. Dazu zählen Günther (Volkmar Kleinert), der seine frühere Tätigkeit als Trickbetrüger wegen einer halbseitigen Lähmung nicht mehr ausüben kann, und dessen Pfleger Andreas (Roman Russo), Punkgirl Sik (Alice Dwyer) sowie der Fotograf Jürgen (Joachim Paul Assböck).
Seine Eltern hingegen finden sich sehr unterschiedlich in ihrem neuen Alltag zurecht. Während seine Mutter, die Journalistin Lizzy bald politische Fernsehsendungen macht, wird Carlos zunehmend frustriert, weil er hier nicht die gewünschte Anerkennung erfährt und seine Zeichnungen auf der Straße verkaufen muss.
Während Lizzy zusammen mit dem attraktiven und charmanten WG-Mitglied Micha (Kristian Kiehling), der Kameramann ist, zu einer dreiwöchigen Arbeitsreise nach Schottland aufmacht, kommen sich Carlos und Jürgens neue spanische Freundin Anita (Toni Gomis Chaparro) näher. Alex' Idylle schwindet zunehmend, und ein folgenschwerer Unfall zerstört sie vollends...
Zwanzig Jahre später: In einem Taxi fährt Alex (Fabian Busch) durch Berlin und lässt die Bilder die Erinnerung an seine Jugend wachrufen. Sein Ziel ist die Klinik, in der sein Vater, vom Krebs gezeichnet, darauf wartet, seinen Sohn noch einmal sehen zu können.
Film-Inhalt
Alex (Adrian Goessel) gewöhnt sich schnell ein
Hintergrund
Lizzy (Erica Rivas) und Carlos (Rafael Ferro)
"Die Tränen meiner Mutter" hat starke autobiographische Bezüge zum Regisseur und Drehbuchautor Alejandro Cardenas Amelio. Er wurde am 28.3.1977 in der peruanischen Hauptstadt Lima geboren. Seine Mutter stammt aus Argentinien und wurde von der dortigen Militärjunta verfolgt. Über Italien gelangte er mit Mutter und Stiefvater 1988 schließlich nach Deutschland.
Schon mit fünf Jahren realisierte er seinen erste Animationsfilm und wurde in seiner Jugend mit einigen Preisen für Videokurzfilme ausgezeichnet. In Berlin studierte er an der dffb und schloss 1998 im Fach Regie ab. Über seinen Vater, der der linksradikalen Untergrundgruppe "MRTA" beigetreten war und später verhaftet wurde, hatte Alejandro Cardenas Amelio 2004 die Doku "Alias Alejandro" gedreht.
Auch die telekinetischen Fähigkeiten, die der Protagonist in "Die Tränen meiner Mutter" entwickelt, haben einen wahren Kern: "Meine Mutter behauptet ja, ich habe das früher wirklich gekonnt", erinnert sich der Filmemacher. "Ich habe das später als Erwachsener dann natürlich probiert, mich stark konzentriert, habe aber solche Kopfschmerzen bekommen, dass es nicht mehr ging."
Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:
Bild-Gallerie
Eine Wohngemeinschaft und Großfamilie
Stab und Besetzung
Alex hat eine Freundin gefunden
Regie: Alejandro Cardenas Amelio
Buch: Alejandro Cardenas Amelio, Cuini Amelio-Ortiz, Christoph Silber
Kamera: Florian Schilling
Schnitt: Renata Salazar Ivancar
Produktion: Nicolas Grupe
Musik: Jörg Kidrowski, Zort
Kostueme: Elena Wegner
Maske: Sandra Leutert
Darsteller: Rafael Ferro, Erica Rivas, Adrian Goessel, Fabian Busch, Alice Dwyer, Joachim Paul Assböck, Toni Gomis Chaparro, Volkmar Kleinert, Roman Russo, Kristian Kiehling, Martina Eitner, Ioan Gyuri Pascu, Jens Kauffmann, Raoul van de Loo
Zeitgleich mit dem Film "Die Tränen meiner Mutter" in der Regie von Alejandro Cardenas Amelio liefen am 06.11.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an: