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Schmetterling und Taucherglocke

Frankreich, 2007
Drama, 112 Minuten, FSK: 12

Originaltitel:
Le Scaphandre et le papillon

Kino-Start:
27.03.2008

Regie:
Julian Schnabel

Darsteller:
Mathieu Amalric (Jean-Dominique Bauby), Emmanuelle Seigner (Céline Desmoulins), Marie-Josée Croze (Henriette Durand), Anne Consigny (Claude), Patrick Chesnais (Dr. Lepage), Niels Arestrup (Roussin), Olatz López Garmendia (Marie Lopez), Max von Sydow (Baubys Vater)
Schmetterling und Taucherglocke
TrailerPlakat
Allein vier Oscarnominierungen, einen Golden Globe und unzählige weitere internationale Auszeichnungen erhielt ein bemerkenswerter Film, dessen Autor sein eigenes Leben und Erleben nur mit dem Blinzeln eines Auges schrieb. "Schmetterling und Taucherglocke" beschreibt das Leben eines Mannes nach einem Hirnschlag, bei dem sein wacher Verstand in einem gelähmten Körper eingesperrt ist.

Es ist eine Karriere wie aus dem Bilderbuch: Der französische Journalist Jean-Dominique Bauby (Mathieu Amalric) hat es zum Chefredakteur der angesehenen Modezeitschrift "Elle" gebracht. Der charismatische Lebemann hat zwei Kinder und genießt das gesellschaftliche Leben, liebt exquisites Essen und reist rund um die Welt, umgeben von hübschen Frauen.

Doch dann ereilt "Jean-Do", wie er in seinen Kreisen genannt wird, ein grausames Schicksal: Am 8. Dezember 1995, mit gerade einmal 43 Jahren, erleidet er einen schweren Schlaganfall und wird in die Klinik von Berck-sur-Mer eingeliefert. Zunächst fällt er in ein tiefes Koma, das mehrere Wochen anhält.

Als der Patient wieder erwacht, sind durch die partiell mangelhafte Blutversorgung teile seines Gehirns geschädigt, was fatale Auswirkungen auf Bauby hat: Sein Körper ist fast vollständig gelähmt, nur den Kopf kann er etwas bewegen, und mit seinem linken Augenlid kann er sich durch Blinzeln äußern.

Bei alledem arbeitet sein Geist wie zuvor - gefangen in einem fast völlig regungslosen Leib. Der behandelnde Neurologen Dr. Lepage (Patrick Chesnais) diagnostiziert ein ebenso seltenes wie jedoch bekanntes Phänomen, das in Fachkreisen "Locked-In-Syndrom" (L.I.S.) genannt wird - der Patient ist im eigenen Körper buchstäblich gefangen.

Eine kurze Phase des Selbstmitleids wird mit Hilfe der beiden Therapeutinnen Henriette Durand (Marie-Josee Croze) und Marie Lopez (Olatz Lopez Garmendia) überwunden: Sie entwickeln eine Abfolge von Augenzwinkern, mit denen Bauby die Buchstaben des Alphabets übermitteln und zunächst Wörter, später ganze Sätze formulieren kann.

Der Journalist entschließt sich, auf diese Weise sein eigenes Schicksal in einem Buch festzuhalten und diktiert insgesamt 28 Kapitel über einen Zeitraum von mehreren Monaten. Auch die Versäumnisse der Vergangenheit versucht Bauby so zu überwinden, etwa die bei Céline (Emmanuelle Seigner), der Mutter seiner Kinder, oder bei seinem Vater (Max von Sydow)...

Film-Inhalt  

Mathieu Amalric als Jean- Dominique Bauby
Mathieu Amalric als Jean- Dominique Bauby

  Hintergrund

Erinnerung an glückliche Zeiten
Erinnerung an glückliche Zeiten

Das Drehbuch von Ronald Harwood zu "Schmetterling und Taucherglocke" basiert auf Jean-Dominique Baubys Buch. "Le Scaphandre et le papillon" erschien am 6. März 1997 - drei Tage später starb der Autor an Herzversagen. Eineinhalb Jahre später wurde das Buch von dtv auf Deutsch veröffentlicht.

Vor seinem Schlaganfall hatte "Les Éditions Robert Laffont", der französische Verlag des Romans, mit Bauby einen Vertrag über eine Adaption des Dumas-Klassikers "Der Graf von Monte Christo" geschlossen. Diesen Thematisiert der Autor dann in seinem Buch: "Man schäkert nicht mit Meisterwerken. Die Götter der Literatur und der Neurologie haben anders darüber entschieden."

Um die filmische Umsetzung des schwierigen Stoffes angemessen zu gewährleisten, entschied sich Produzentin Kathleen Kennedy, nachdem die die Lizenz erworben hatte, für Ronald Harwood als Drehbuchautor. Der hatte für seine Adaption von Wladyslaw Szpilmans Roman zu "Der Pianist" unter Regisseur Roman Polanski den Oscar gewonnen.

Die Inszenierung übernahm Julian Schnabel, der aus der Malerei kommt und sein Regiedebüt mit einer Biographie über den Künstler Jean-Michel Basquiat hatte, das auf dem Filmfestival in Venedig für den Goldenen Löwen vorgesehen war.

Ich hatte einen Freund namens Fred Hughes. Er arbeitete mit Andy Warhol, und er lebte nicht weit weg von hier in der Rue du Cherche-Midi [Paris]. Ich wohnte bei ihm im Haus. Fred hatte Multiple Sklerose. Als es schlimmer wurde, endete es schließlich in seinem Heim in der Lexington Avenue [Manhattan] in einem Bett inmitten des Wohnzimmers - und er konnte nicht mehr sprechen. So besuchte ich ihn regelmäßig und las ihm vor - und da gab er mir das Buch "The Diving Bell and the Butterfly."

Als Jean-Dominique Bauby noch nicht gelähmt war - ich glaube nicht, dass er sich für einen großartigen Schreiber hielt, ich glaube auch, dass er sich für ziemlich oberflächlich hielt. Es gibt einen Moment, wo er eigentlich über einen Freund spricht, doch genauso könnte es sicher um ihn selbst gehen - oder uns. Er sagt, es sei ein grelles Licht des Desasters, seine wahre Natur zu erkennen. Solange, bis er von jeder Zerstreuung beraubt wurde - bis auf die Meditation, was es bedeutet zu leben, war er gewissermaßen nicht geboren. Er wurde wiedergeboren als sein Schmetterling.

Lasst jemand etwas aus sich selbst heraustreten, und dann wieder in ihn einsteigen. Wenn man in sich selbst hineinblickt, hat man Zugang zu allem was man braucht, zu allem von dem man ein Teil ist. Jeder, der einmal krank war und diesem Film sieht, wird fühlen, dass er nicht allein ist. Und gleichzeitig, wenn man nicht krank war und völlig ohnmächtig ist - genauso könnte man tot sein - dann gibt es einen roten Faden: Es ist das Leben, Menschen können liebevoll sein und mitfühlend. Er war ein Mann, der nichts machen konnte. Er konnte kein Bad nehmen, nicht einmal eine Fliege von seiner Nase bringen. Doch die Art von Wärme und Barmherzigkeit, die Leute für ihn hatten, was das in einem Menschen hervorruft - das ist etwas, das wir nicht vergessen sollten.

Gedanken von Julian Schnabel  

Jean-Dos Blick auf Therapeutin Marie Lopez (Olatz Lopez Garmendia)
Jean-Dos Blick auf Therapeutin Marie Lopez (Olatz Lopez Garmendia)

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Der Elle-Chefredakteur hat viel mit schönen Frauen zu tun
Der Elle-Chefredakteur hat viel mit schönen Frauen zu tun

  Stab und Besetzung

Baubys Vater (Max von Sydow) braucht die Hilfe seines Sohnes
Baubys Vater (Max von Sydow) braucht die Hilfe seines Sohnes
"Schmetterling und Taucherglocke" im Internet:

Offizielle Homepage

Regie:
Julian Schnabel

Buch:
Ronald Harwood, Jean-Dominique Bauby

Kamera:
Janusz Kaminski

Schnitt:
Juliette Welfling

Produktion:
Kathleen Kennedy, Jon Kilik

Musik:
Paul Cantelon

Kostueme:
Olivier Bériot

Maske:
Myriam Hottois

Darsteller:
Mathieu Amalric, Emmanuelle Seigner, Marie-Josée Croze, Anne Consigny, Patrick Chesnais, Niels Arestrup, Olatz López Garmendia, Jean-Pierre Cassel, Marina Hands, Max von Sydow, Isaach De Bankolé, Emma de Caunes, Jean-Philippe Écoffey, Gérard Watkins, Nicolas Le Riche, François Delaive, Anne Alvaro, Françoise Lebrun, Zinedine Soualem, Agathe de La Fontaine, Franck Victor, Laure de Clermont-Tonnerre, Théo Sampaio, Fiorella Campanella, Talina Boyaci, Georges Roche, Yves-Marie Coppin, Virginie Delmotte, Daniel Lapostolle, Philippe Roux, François Filloux, Elvis Polanski, Cedric Brelet von Sydow, Sara Séguéla, Vasile Negru, Marie Meyer, Ilze Bajare, Anna Chyzh, Antoine Bréant, Azzedine Alaïa, Michael Wincott, Jean-Baptiste Mondino, Lenny Kravitz, Farida Khelf

Zeitgleich mit dem Film "Schmetterling und Taucherglocke" in der Regie von Julian Schnabel liefen am 27.03.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vielleicht, vielleicht auch nicht
Komödie, England, 2008


Tanz mit der Zeit
Dokumentation, Deutschland, 2007


Sunkissed
Drama, USA, 2006


Meer is nich
Drama, Deutschland, 2007


Kontakt
Drama, Mazedonien, Deutschland, 2005


Jumper
Actionthriller, USA, 2008


Half Nelson
Drama, USA, 2006


Daddy ohne Plan
Sportkomödie, USA, 2007

Ebenfalls im Kino  



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