Im Jahre 2005 wurde der britsche Filmemacher Garth Jennings durch die Verfilmung des Douglas-Adams-Klassikers "Per Anhalter durch die Galaxis" auch bei uns bekannt. Mit dem komödiantischen Jugend-Abenteuer "Der Sohn des Rambow" bringt Jennings seine eigenen Kindheitserinnerungen auf die Leinwand.
England auf dem Lande, in einem Sommer Mitte der 1980er Jahre: Hier lebt die Familie Proudfoot. Sie gehören den "Plymouth Brethren" an, einer strenggläubigen christliche Sekte, die Anfang des 19. Jahrhunderts in Irland entstand und letztendlich auf einer nochmals hundert Jahre älteren deutschen Bruderbewegung fußt.
Will Proudfoot (Bill Milner), dem elfjährigen Spross der Familie, macht der religiöse Eifer Mutter Marys (Jessica Stevenson) ebenso zu schaffen, wie der noch nicht lange zurückliegende frühe Tod seines Vaters.
Einen Fernseher gibt es im Haus nicht. Auch der Kinobesuch ist klein Will strikt verboten, ebenso wie Musikhören oder das Lesen von Büchern, sofern es nicht Schulbücher sind - oder die Bibel selbstverständlich. Selbst wenn in der Schule ein Dokumentarfilm gezeigt wird, muss er die Klasse verlassen, um nicht mit dem Teufelswerk der bewegten Bilder in Kontakt zu kommen.
In Kontakt kommt er aber ganz unvermeidlich mit Lee Carter (Will Poulter), dem Rabauken und Klassenkasper der Schule.
Die beiden Kinder könnten unterschiedlicher kaum sein, und dennoch - oder auch vielleicht gerade deshalb - werden sie allmählich zu Freunden und verbringen während der Sommerferien viel Zeit miteinander.
Als Lee mit Entsetzen erfährt, dass sein Freund Will noch nie einen Kinofilm gesehen hat, besorgt er sich eine Raubkopie des ersten Rambo-Films "First Blood" von 1982 und führt ihn seinem Freund in der zum Abenteuerspielplatz umgestalteten elterlichen Garage vor.
Will ist begeistert. Schlagartig sprudeln tausende von Ideen aus ihm heraus, wie dieser Film eine Fortsetzung finden und welche Abenteuer Rambo sonst noch bestehen könnte.
Ausgestattet mit der Videokamera von Lees älterem Bruder beginnen die beiden Jungs von Stund an, ihre eigenen Rambo-Filme zu drehen. Und das ist nicht ganz ungefährlich, denn zum einen lassen sie sich dabei auf waghalsige Stunts ein, zum anderen droht Will und seiner Mutter der Ausschluss aus der Glaubensgemeinschaft, sollte sein Treiben in Kreisen der Brethren bekannt werden...
Film-Inhalt
Ferien in England
Hintergrund
Will Poulter als Klassenkasper Lee
Wenn es nach dem 1972 in Epping, in der englischen Grafschat Essex, geborenen Drehbuchautor und Regisseur Garth Jennings gegangen wäre, wäre "Der Sohn des Rambow" sein erster Kinofilm geworden.
Doch während der Vorbereitungen wurden ihm und dem Produzenten Nick Goldsmith das Angebot zur Verfilmung von Douglas Adams "Per Anhalter durch die Galaxis" gemacht. Die beiden gaben letzterem Projket den Vorrang, und so verzögerte sich der vorliegende Film gleich um rund drei Jahre.
In dem Drehbuch zu "Der Sohn des Rambow" hat Jennings vorwiegend seine eigenen Kindheitserinnerungen verarbeitet. Allerdings - so räumt Jennings ein - dann doch mit einigem an künsterlischen Freiheiten. Sechs Jahre lang fügte Jennings immer wieder neue Ideen und Erinnerungen dem Buch hinzu, bis es endlich filmreif war.
Weniger aus künsterlischer Freiheit, mehr aus vorauseilenden rechtlichen Gründen, wurde der von Sylvester Stallone verkörperten Figur des Kriegshelden Rambo ein "w" - "Rambow" hinangestellt, um von Anfang an allen möglichen gerichtlichen Streitigkeiten bezüglich der Namensrechte aus dem Weg zu gehen.
Gedreht wurde in der englischen Kleinstadt Berkhamsted, die in der Grafschaft Hertfordshire liegt. In der Nebenrolle des französischen Austauschschülers Danny ist mit Sam Kubrick-Finney der Enkel des legendären Filmschaffenden Stanley Kubrick in seinem Filmdebüt zu sehen.
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Darsteller: Neil Dudgeon, Bill Milner, Jessica Hynes, Anna Wing, Will Poulter, Tallulah Evans, Emilie Chesnais, Paul Ritter, Finola McMahon, Rachel Mureatroyd, Taylor Richardson, Peter Robinson, Charlie Thrift, Jules Sitruk, Sam Kubrick-Finney
Zeitgleich mit dem Film "Der Sohn von Rambow" in der Regie von Garth Jennings liefen am 21.08.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an: