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Willkommen bei den Sch´tis

Frankreich, 2008
Komödie, 106 Minuten

Originaltitel:
Bienvenue chez les Ch´tis

Kino-Start:
30.10.2008

Regie:
Dany Boon

Darsteller:
Kad Merad (Philippe Abrams), Dany Boon (Antoine Bailleul), Zoé Félix (Julie), Anne Marivin (Annabelle Deconninck), Philippe Duquesne (Fabrice Canoli), Guy Lecluyse (Yann Vandernoout), Patrick Bosso (Gendarm), Zinedine Soualem (Momo), Line Renaud (Antoines Mutter), Michel Galabru (Julies Großonkel), Stéphane Freiss (Jean Sabrier), Lorenzo Ausilia-Foret (Raphaël)
Willkommen bei den Schtis
TrailerPlakat
Mehr als zwanzig Millionen Franzosen - und damit fast jeder dritte Einwohner des Landes - sahen sich im Kino "Willkommen bei den Sch´tis" an. Damit ist diese Komödie, die sich mit den Eigenheiten des nördlichsten Landesteiles und dessen Bewohnern befasst, der mit Abstand erfolgreichste Film in Frankreich.

Eigentlich hat Philippe Abrams (Kad Merad) ein ziemlich angenehmes Leben: Er ist der Leiter des Postamtes von Salon-de-Provence, ist verheiratet mit der hübschen Julie (Zoé Félix) und hat einen kleinen Sohn, Raphael (Lorenzo Ausilia-Foret). Doch seine Frau hat ein Problem, und das geht auch ihn an.

Julie neigt zu Depressionen, und darunter hat auch Philippe zu leiden. Salon ist zwar ein ganz schönes Städtchen, doch sie würde viel lieber am Mittelmeer wohnen. Also versucht er alles Mögliche, um an die Riviera versetzt zu werden. Als er erfährt, dass er als Behinderter dabei bevorzugt behandelt würde, gibt er in seinem Versetzungsgesuch an, an den Rollstuhl gefesselt zu sein.

Doch der Schwindel fliegt auf, und sein Vorgesetzter ahndet ihn mit einer noch drastischeren Maßnahme als den Rausschmiss: Philippe wird nach Bergues versetzt, einen Ort an der Nordspitze Frankreichs, in der Nähe von Lille. Ein Umzug in das französische Ostfriesland ist für ihn die Höchststrafe, und Freunde schildern seinen neuen Wohnort schon einmal in den düstersten Tönen.

So lässt Philippe Frau und Kind zurück und macht sich Böses ahnend auf den Weg, und gleich bei seiner Ankunft stößt er buchstäblich auf seinen neuen Mitarbeiter Antoine Bailleul (Dany Boon): Im heftigen Regen und bei Dunkelheit fährt er ihn mit dem Auto an und glaubt ihn verletzt zu haben, da dieser so merkwürdig spricht.

Doch Antoine ist wohlauf und spricht eigentlich völlig normal - er ist eben ein "Sch'ti" mit einem für Normalfranzosen nur schwer verständlichen Dialekt. Und der sorgt anfangs auch gleich für eine ganze Reihe von Missverständnissen zwischen den Bewohnern und dem Neuankömmling. Doch allmählich merkt Philippe, dass die Leute hier äußerst herzlich und humorvoll sind, in Antoine findet er einen Freund, der ihn in die Gebräuche einführt, und bald fühlt er sich hier so wohl wie noch nie.

Seine Frau allerdings hält das für einen schlechten Scherz: Sie bleibt er Überzeugung, dass ihr Gatte im hohen Norden Höllenqualen durchleidet und er seine gute Laune nur vortäuscht, um sie zu beruhigen. Bei seinen Besuchen am Wochenende verwöhnt sie ihn daher nach Strich und Faden, und Philippe genießt das genauso wie seinen neuen Arbeitsort. Doch dann kündigt Julie ihren Besuch bei den Sch'tis an...

Film-Inhalt  

Antoine (Dany Boon) mit Mutter (Line Renaud)
Antoine (Dany Boon) mit Mutter (Line Renaud)

  Hintergrund

Die Postler tragen ein Wettrennen aus
Die Postler tragen ein Wettrennen aus

Was dem Deutschen die Ostfriesen, das sind dem Franzosen seine "Ch'tis", die Bewohner des nördlichsten Landesteils. Der Begriff rührt daher, dass als Hauptmerkmal des lokalen Dialekts das "s" wie "sch" gesprochen wird. Regisseur Dany Boon, der das Drehbuch schrieb und die Rolle des orstansässigen Antoine Bailleul spielt, stammt aus Armentières, einer Gemeinde in der Region Nord-Pas-de-Calais.

Doch nicht nur die Sprache macht diese Gegend zu etwas besonderem, auch sonst unterscheiden sich die Sch'tis von den übrigen Franzosen, was im Film natürlich thematisiert wird, und was teils auch der Nachbarschaft zu Belgien zu verdanken ist. So gehören hier die Pommes Frites zum Alltag und sind auch auf der Festtafel durchaus üblich, statt Wein wird hier Bier getrunken, und für seine Käsesorten mit einem deftigen "haut gout" wie dem Maroilles ist die Region ebenfalls berüchtigt.

Allerdings ist Nord-Pas-de-Calais auch die ärmste Region Frankreichs, und tatsächlich gibt es bei Beamten die wenigsten Versetzungsgesuche dorthin. Das könnte sich aber nach "Willkommen bei den Sch´tis" durchaus ändern, denn touristisch hat schon ein Run begonnen, und das Ortsschild von Bergues ist seit dem Kinostart schon etliche Male geklaut worden.

Die Idee zu "Willkommen bei den Sch´tis" hatte ich während einer Aufführung. Seit fünfzehn Jahren bin ich mit meiner Ein-Mann-Show auf Tournee, wo ich über die Region erzähle. Die Leute haben viele Vorurteile über die Gegend, da ist es so kalt, so wenig einladend. Und ich sagte: 'Da irrt Ihr Euch'. Das liegt an dem Unterschied zwischen dem was die Leute über die Region denken und der Realität.

Es ist eine einzigartige Gegend, die ich liebe, wo ich sehr gerne aufwuchs und lebe. Und mir geht es immer schlecht, wenn ich weg muss. So hatte ich einfach Lust, mit Vorurteilen aufzuräumen und wieder für einige Monate dorthin zurückzukehren, um zu arbeiten. Und in dieser Gegend zu filmen, das war eine großartige Zeit.

Den immensen Erfolg hatte ich nicht erwartet, auch nicht, dass der Film Kindern gefiel. Kinder ab fünf Jahren verehren den Film, aber auch bei den Erwachsenen kommt er gut an. Die Begeisterung geht selbst durch die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten - die Arbeiter, die Intellektuellen, die Reichen, die Armen - alle lieben den Film. Ich hatte vorher gedacht, naja, eine Million Zuschauer wären schon schön - aber das Ergebnis ist wirklich unglaublich.

Dany Boon zum Film  

Philippe (Kad Merad) hat sich schnell eingewöhnt
Philippe (Kad Merad) hat sich schnell eingewöhnt

Christoph Maria Herbst zur Synchro  

Einen über den Durst getrunken
Einen über den Durst getrunken

Es gab ein sogenanntes Voice-Casting, wo man geguckt hat, ob ich sch'ti-kompatibel bin. Und meine von Hause aus mitgebrachten Sprachfehler reichten wohl für die Figur des Antoine aus.

Wir versuchen diesen französischen Dialekt, diesen Sch'ti-Dialekt, den man wohl in den nördlichen französischen Gefilden spricht, der da beheimatet ist, so nah wie möglich zu kommen. Trotzdem müssen wir natürlich bei der Synchronfassung auf die Verständlichkeit achten, ohne das Humorvolle und die Komik daran zu verlieren.

Ich nehme den Text dann so, wie er da steht, er ist phonetisch-lautmalerisch auch aufgeschrieben - das erleichtert die Sache natürlich ungemein - und ich stelle doch fest, wie lernfähig man ist. Ich habe mir an dem vorgestrigen, ersten Synchrontag für meine Verhältnisse noch ziemlich einen abgebrochen, und heute haben wir den zweiten Synchrontag, da ging mir alles schon recht fluffig. Und unter Umständen brauche ich für morgen nicht mal mehr die Vorlage, sondern improvisiere einfach drauf los - das wär ja auch toll.

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Philippe mit Kollegen an der Pommesbude
Philippe mit Kollegen an der Pommesbude

  Stab und Besetzung

Bei den Sch'tis macht die Arbeit Spaß
Bei den Sch'tis macht die Arbeit Spaß
"Willkommen bei den Sch´tis" im Internet:

Offizielle Homepage (französisch)

Regie:
Dany Boon

Buch:
Dany Boon, Alexandre Charlot, Franck Magnier

Kamera:
Pierre Aïm

Schnitt:
Luc Barnier, Julie Delord

Produktion:
Claude Berri, Jérôme Seydoux

Musik:
Philippe Rombi

Kostueme:
Florence Sadaune

Darsteller:
Kad Merad, Dany Boon, Zoé Félix, Lorenzo Ausilia-Foret, Anne Marivin, Philippe Duquesne, Guy Lecluyse, Line Renaud, Alexandre Carrière, Patrick Bosso, Zinedine Soualem, Michel Galabru, Stéphane Freiss, Jérôme Commandeur, Fred Personne, Jenny Clève, Christophe Rossignon, Eric Bleuzé, Harmonie-Batterie Municipale de Bergues

Zeitgleich mit dem Film "Willkommen bei den Sch´tis" in der Regie von Dany Boon liefen am 30.10.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Mirrors
Mysterythriller, USA, Rumänien, 2008


Mein Freund aus Faro
Drama, Deutschland, 2008


Let´s Make Money
Dokumentation, Österreich, 2008


Dalai Lama Renaissance
Dokumentation, Indien, USA, 2000


Botero - Geboren in Medellin
Dokumentation, Deutschland, Kolumbien, Frankreich, Italien, Spanien, 2008

Ebenfalls im Kino  



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