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Micropolis

Frankreich, Kanada, Burkina Faso, 2007
Dokumentation, 82 Minuten, FSK: 6

Originaltitel:
La Citadelle assiégée

Kino-Start:
21.02.2008

Regie:
Philippe Calderon

Micropolis
TrailerPlakat
Ganz im Trend der Tierdokumentationen, beschreitet Regisseur Philippe Calderon mit "Micropolis" einen etwas anderen Weg: Zum einen sind seine Protagonisten landläufig weder als putzig noch imposant bekannt. Desweiteren verwendet er eine neuartige Kameratechnik, um mit ungewohnter Perspektive eine ganz eigene Dramatik zu erzeugen.

Diese Dokumentation betrachtet ein ganz bestimmtes Volk fernab in in Westafrika: In einer Festung in Burkina Faso, mitten in der Savanne, leben Abertausende von - Termiten.

In der Finsternis eines meterhohen Termitenhügels lebt dieser hochorganisierte Staat, und bei ihren Ausflügen zu Hunderten ins Freie auf der Suche nach Pflanzenfasern, ihrem bevorzugten Futter, werden die vereinzelten Exemplare selbst schon einmal zur Speise von Vögeln oder einem Chamäleon.

Wenn auch das Individuum durch solche Gefahren zu Schaden kommt, so ist der Staat in seinem Fortbestand dadurch nicht bedroht.

Doch die alltägliche und arbeitsame Ordnung in diesem scheinbar reibungslos funktionierenden Mikrokosmos als Ganzes ist eines Tages bedroht: Ein heftiger Wolkenbruch, der sich in der tropisch feuchten Hitze entwickelt hat, stürzt mit seinen Fluten in das Gebäude, setzt Gänge unter Wasser. Ein Blitz setzt einen nahestehenden Baum in Brand, der auf den Hügelstürzt und zu schweren Beschädigungen führt.

In diesem Durcheinander sind die Bewohner des ramponierten Bauwerks mit einer weiteren, tödlichen Gefahr konfrontiert: Ein Volk von Magnan-Ameisen, die zu den Todfeinden der Termiten gehören, plant einen Angriff auf das Domizil der entfernten Verwandten, und ein Krieg der Insekten steht bevor.

Es entsteht eine erbitterte Schlacht, bei der die belagerten Tiere den Tod durch ihre fleischfressenden Feinde in Kauf nehmen, um den Kern des eigenen Staates zu schützen: Ihre Königin, die den Fortbestand ihres ganzen Volkes sichert.

Film-Inhalt  

Termiten bevorzugen die Dunkelheit
Termiten bevorzugen die Dunkelheit

  Hintergrund

Eine Libelle ist auf dem Termitenhügel gelandet
Eine Libelle ist auf dem Termitenhügel gelandet

Auch wenn der Drehort überschaubar war, so war die Reise dorthin beschwerlich. Zunächst verzögerte sich die Ankunft in Banfora, im Südwesten von Burkina Faso, durch irrlaufendes Fluggepäck um vier Tage, weitere acht Stunden brauchte die Filmcrew per Bus bis zum Zielort.

Sowohl die menschlichen Filmleute wie auch die tierischen Darsteller bezogen eine Villa - darunter Ameisen, Termiten und Schlangen. Im Innenhof richtete Szenenbildner Jean-Yves Kervevan sein Atelier ein, wo die "Innenaufnahmen" des Termitenhügels stattfinden sollten. Für die "Special Effects" war Laurent Perrier zuständig: Er präparierte Platzregen, Schlammlawinen und Detonationen.

Die "Außenaufnahmen" wurden an einem weiter entfernten echten Termitenhügel gemacht, zu dem eigens eine Piste angelegt wurde, um die Ausrüstung transportieren zu können. Doch durch die langandauernde Regenzeit wurde auch dieser künstliche Weg aufgeweicht, was die Dreharbeiten beeinträchtigte.

Doch ein anderer Vorfall sorgte dafür, dass dem Filmteam der Schreck in die Glieder fuhr: Der Kolonie Wanderameisen war es gelungen, aus ihrem aus einer Wanne bestehenden Gefängnis auszubrechen und eine im benachbarten Zimmer befindliche Pythonschlange zu töten. In der Folge wurden die Zimmer des Hauses mit verstärkten Moskitonetzen, Zeltplanen und Klebeband gesichert.

Die Herstellung von "Micropolis" in der vorliegenden Form wäre ohne die Fortschritte in der Optik kaum möglich gewesen. Das Problem der herkömmlichen Kameratechnik bei Nahaufnahmen mit Makro-Objektiven ist die mit abnehmendem Abstand zum Objekt drastisch verminderte Schärfentiefe, die dazu führt, dass selbst plastische Körper im Millimeterformat nur auf einer sehr begrenzten Ebene scharfzustellen sind und Hinter- und Vordergrund fast unvermeidlich unscharf werden.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet die Entwicklung des Boroskops. Dieses ursprünglich für die Industrie entworfene Gerät, das mit dem Endoskop verwandt ist, ermöglicht die Platzierung des Objektivs bis auf etwa fünf Zentimeter ans Motiv, wobei selbiges genauso scharf wiedergegeben werden kann wie gleichzeitig der Hintergrund.

Mit einem Bildwinkel von 120 Grad ist zudem viel gestalterischer Spielraum gegeben. Durch diesen Effekt erscheinen in "Micropolis" die winzigen Insekten wie Giganten, die sich in riesigen Schluchten bewegen. Bodennahe Kamerafahrten wirken wie Luftaufnahmen einer weitläufigen Landschaft, obwohl tatsächlich auf wenige Meter begrenzt.

Vor die Linse  

Ein Chamäleon beim Beutefang
Ein Chamäleon beim Beutefang

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Gemeinsam Stark: Die Ameisen-Armee
Gemeinsam Stark: Die Ameisen-Armee

  Stab und Besetzung

Imposantes Werkzeug: Die Beißzangen der Ameise
Imposantes Werkzeug: Die Beißzangen der Ameise
Regie:
Philippe Calderon

Buch:
Philippe Calderon, Guillaume Vincent, Georges Marbeck

Kamera:
Nedjma Berder

Schnitt:
Sylvain Lebel

Produktion:
Thierry Commissionat, François Calderon, Benoît Tschieret

Musik:
Frédéric Weber, Darren Fung

Zeitgleich mit dem Film "Micropolis" in der Regie von Philippe Calderon liefen am 21.02.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Sweeney Todd
Musical-Thriller, USA, 2007


Staub
Dokumentation, Deutschland, 2007


Helden der Nacht
Kriminaldrama, USA, 2007


DWK 5 - Die Wilden Kerle 5: Hinter dem Horizont
Familien-Abenteuer, Deutschland, 2008


Die Liebe in den Zeiten der Cholera
Liebesdrama, USA, 2007

Ebenfalls im Kino  



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