2007 wurde Elinor Lüdde mit dem Bayerischern Filmpreis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet. Ebenso wie für Regisseur und Drehbuchautor Hagen Keller ist auch für sie "Meer is nich" das Spielfilmdebüt. Sie spielt eine junge Drummerin, die sich gegen die Eltern für eine Musikkarriere entscheidet.
Irgendwo in Thüringen: Die Landschaften blühen immer noch nicht so wie versprochen. Mit 17 Jahren steht Lena (Elinor Lüdde) kurz vor ihrem Schulabschluss. Die Prüfungen sind schon schwer genug, doch was danach geschehen soll, davon hat sie keinen Schimmer.
Am liebsten würde der Teenager ja irgendwas mit Musik machen. Doch Vater Friedrich (Thorsten Merten) hält von solchen Ideen nicht viel - in seinen Augen Gedankenfürze. Auch der Berufsberater (Peter Rauch) ist für Lena keine Inspiration. Sie hat Angst, keinen Job zu bekommen, Angst, Zeit zu verlieren.
Lena spielt sogar mit dem Gedanken, die Schule vorzeitig zu verlassen. Eindruck macht auf sie die Nachricht einer 21-jährigen aus Erfurt, die den Ärmelkanal durchschwamm. Darüber spricht sie auch mit ihren Freundinnen Alex (Sandra Zänker) und Klara (Luise Kehm), mit denen sie oft abhängt.
Als die drei zu einem Rockkonzert gehen, ist Lena fasziniert, wie sich die Drummerin verausgabt und sicht buchstäblich den Frust von der Seele drischt. Die Mädchen beschließen ihre eigene Band zu gründen, und für Lena wird aus allerlei Gegenständen ein Schlagzeug gebastelt. Ein Name ist schnell gefunden: "The Bambooles".
Allerdings geht das lautstarke Proben Mutter Karla (Ulrike Krumbiegel) doch mächtig auf die Nerven. An der Musikhochschule trifft sie auf den Lehrer Sascha (Sascha Schwegeler), der ihr auf dem Schlagzeug Unterricht erteilt. Auch sonst nimmt Lenas Leben ungeahnten Schwung auf: mit Hans (Benjamin Strecker), Klaras älterem Bruder. Als sie sich nach langer Zeit wiedersehen, funkt es zwischen den beiden.
Zuhause eskaliert allerdings der Streit mit den Eltern, insbesondere mit Friedrich, der Lenas Begeisterung für ihre Musik einfach nicht nachvollziehen kann und auf eine sichere Ausbildung besteht. Sie zieht die Konsequenzen und zieht aus dem Elternhaus aus. Jetzt ist Lena auf sich selbst gestellt, ihren Weg zu finden...
Film-Inhalt
Lena (Elinor Lüdde) hält nicht viel von Schule
Hintergrund
Zoff zwischen Friedrich (Thorsten Merten) und Karla (Ulrike Krumbiegel)
Hagen Keller stammt aus dem thüringischen Bad Langensalza und wuchs in Weimar auf. Da er den Dienst bei der NVA (Nationale Volksarmee) der DDR verweigerte, durfte er nicht sein Abitur machen. Daher schlug er sich in verschiedenen Berufen durch, so als Kellner, in der Krankenpflege oder auf dem Bau.
Die Wiedervereinigung änderte auch Kellers berufliche Aussichten. Nach dem erlangen der Hochschulreife im Abendstudium studierte er Übersetzer für Portugiesisch und Russisch und schrieb sich anschließend an der Staatlichen Fachakademie für Fotodesign München (mittlerweile in die Fachhochschule eingegliedert) ein.
Als freischaffender Fotograf war er unter anderem für Spiegel, taz und Vogue tätig. Doch Keller strebte eher bewegten Bildern entgegen und studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen München das Fach Regie. Seither folgten einige Kurzfilme und einige Beteiligungen als Regieassistent.
Zusammen mit Guido Schwab gründete Hagen Keller seine eigene Gesellschaft "Ostlicht Filmproduktion", die neben einigen Kurzfilmen auch Imagefilme drehte. Etwa im politischen Auftrag einen Werbefilm für Thüringen mit dem Titel "Das Leben in der Denkfabrik" oder den Werbespot "Dogfood" zur Einführung des Bio-Siegels.
In einem Film wie "Meer is nich", wo Musik eine entscheidende Rolle spielt, war die Auswahl der Songs und die Zusammenarbeit mit authentischen Musikern von herausragender Bedeutung. Dafür konnten zwei Münchner Label angeworben werden: Das eine ist Gutfeeling Records mit Andi Staebler, der als Frontmann von "G.Rag y los Hermanos Patchekos" etwa den Soundtrack der Krimiserie "München 7" beigesteuert haben.
Das andere Label war Hausmusik, die die Bands "Lali Puna" und "The Notwist" vertreten. Letztere waren bereits 1999 im Soundtrack von "Absolute Giganten" zu hören, ebenso wie im international gefeierten Drama "Lichter" von Hans-Christian Schmid.
Doch auch die drei Darstellerinnen der Band aus "Meer is nich" musizieren nicht nur selbst im Film sondern haben auch im wahren Leben ihre eigene Band. Sandra Zänker, die auch komponiert, und Luise Kehm hatten 2001 "candytrigger" gegründet, und Elinor Lüdde ergänzte die beiden zum ab 2003 "sleazy inc. operated" lautenden Trio.
Die Musik
Lenas Lehrerin (Silke Matthias) hält Lenas Talent für verschwendet
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Bild-Gallerie
Bauer Apel (Günter Naumann) mit Freundin Ingrid (Annekathrin Bürger)
Stab und Besetzung
Lena hängt mit Alex (Sandra Zänker) und Klara (Luise Kehm) ab