Die 1975 geborene mazedonische Schauspielerin Labina Mitevska hat es längst zu internationalem Ruhm gebracht und wurde auf der Berlinale 1998 zum Shootingstar erkoren. Im Drama "Kontakt", dem Regiedebüt des Deutsch-Mazedoniers Sergej Stanojkovski, spielt sie eine Psychiatriepatientin, die sich in einen Ex-Knacki verliebt.
Mazedonien - ein Land, das sich nach dem Zerfall Jugoslawiens allmählich von der Krise erholt. Nicht jedoch zwei seiner Einwohner, die jeweils in beträchtliche Konflikte mit der Gesellschaft geraten sind.
Der 40-jährige Janko (Nikola Kojo) ist kein Freund großer Worte, ein aufbrausender Mann, ruppig und ungeschlacht. Durch seine Art gerät er ständig in Ärger mit anderen Menschen und auch in Konflikt mit dem Gesetz. Daher sitzt er im Gefängnis, und auch da sorgt er derart für Unfrieden, dass selbst der Leiter der Haftanstalt (Vladimir Endrovski) seinen lästigen Insassen unbedingt loswerden will.
Tatsächlich wird Janko entlassen und in die Obhut seines Halbbruders Novak (Petar Mircevski) gegeben. Am selben Tag holt dieser seine Schwägerin Zana (Labina Mitevska) aus der psychiatrischen Anstalt ab. Sie ist zwar keineswegs geheilt, doch der Direktor der Psychatrie (Emil Ruben) hat mit seinem Kollegen von Knast einen Deal abgeschlossen:
In der Klapsmühle wird heimlich Kriegsverbrechern gegen üppiges Salär Unterschlupf gewährt - und dafür benötigen sie Platz in den Zellen. Als Beschäftigungstherapie soll Zana nun das baufällige Haus renovieren, in das sie eingezogen ist.
Da Janko immer noch nur schwer unter Kontrolle zu halten ist, droht Novak ihn wieder ins Gefängnis zu schaffen, außer er würde Zana bei ihrer Renovierung helfen. Als die fragile und labile Frau dem Grobian begegnet, hält sie ihn für den, der sie in ihrer Kindheit vor dem Ertrinken gerettet habe, und folgt ihm fortan auf Schritt und Tritt.
Der weist Zana zunächst zurück, doch als Novak überzeugt ist, sein Bruder könne ihr bei der Überwindung ihres psychischen Leidens helfen, bezahlt er ihn, damit er zu ihr nett ist. Tatsächlich kommen sich die beiden während der Renovierung allmählich näher. Doch als ihre Familie zurückkehrt und den Ex-Knacki abweist, werden die zarten Bande durchtrennt....
Film-Inhalt
Zana (Labina Mitevska) mit Janko (Nikola Kojo) im Bus
Hintergrund
Janko kommt nicht zur Ruhe
Sergej Stanojkovski, Regisseur und Co-Autor von "Kontakt", stammt aus Mazedonien, ist Jahrgang 1967 und hat einen deutschen Pass. In Zagreb begann er seine Ausbildung zum Fotografen, anschließend studierte er in Prag an der FAMU (Akademie der darstellenden Künste). Er machte seinen Abschluss in Regie und Dokumentarfilm und dissertierte über den "Film als Phänomen".
1994 begann er als freier Autor, Regisseur und Kameramann in Mühleim a.d. Ruhr und drehte seither Kurzfilme, Kurz-Dokus, Musikvideos und Werbespots. Für den Kurzfilm "Nevena" von 1997 erhielt Stanojkovski den Pavel-Juracek-Preis für künstlerischen Wert.
"Kontakt" ist sein Spielfilmdebüt und war der Eröffnungsfilm beim 54. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg. Das Drehbuch schrieb er zusammen mit Gordan Mihic, der mit Co-Autor Emir Kusturica das Skript zur vielfach prämierten Tragikomödie "Schwarze Katze Weißer Kater" schrieb. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden gab dem Werk das Prädikat "besonders wertvoll".
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Stab und Besetzung
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