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Knut und seine Freunde

Deutschland, Weißrussland, 2008
Dokumentation, 90 Minuten, FSK: 0



Kino-Start:
06.03.2008

Regie:
Michael Johnson

Knut und seine Freunde
TrailerPlakat
Der Lebensraum der Eisbären in ihrer natürlichen Umgebung schwindet dramatisch, da findet ausgerechnet ein Exemplar in Gefangenschaft ein Medienecho wie selten ein Tier zuvor: Eisbärbaby Knut, Weltstar des Zoologischen Gartens Berlin, ist Protagonist dieses Dokumentarfilms. Hier muss er sich allerdings die Aufmerksamkeit mit Artgenossen in der Arktis und nahen Verwandten in Weißrussland teilen

Die Geburt des Eisbärbabys Knut im Berliner Zoologischen Garten einen Tag vor Nikolaus im Jahr 2006 sollte einen Hype in einem bis dahin unbekannten Ausmaß auslösen. Da er von seiner Mutter nicht angenommen wird, übernimmt die Rolle der Ziehmutter der Tierpfleger Thomas Dörflein, der mit Ersatzmilch und Brutkasten aus dem weißen Pelzknäuel einen lebensfähigen Eisbären heranziehen will.

Dabei ist dies ein durchaus mutiges und riskantes Unterfangen: Nur in wenigen Zoos auf der Welt ist die menschliche Aufzucht von Eisbärbabys bisher gelungen. Wie schwierig das ist, zeigt Knuts Zwillingsbruder: Trotz des gleichen pflegerischen und medizinischen Aufwands, stirbt er vier Tage nach der Geburt an einer bakteriellen Magen-Darm-Erkrankung.

Völlig ohne öffentliche Aufmerksamkeit, nur von der Kamera eines kleinen Filmteams beobachtet, kommen zur gleichen Zeit in freier Wildbahn, in ihrem natürlichen Lebensraum, drei weitere Eisbären zur Welt: Von den Filmleuten Lasse, Linn und Kunik genannt, werden sie von ihrer Mutter Maidu im hohen Norden der Arktis bei ihren ersten Schritten begleitet.

Und noch ein drittes Bärenbaby-Schicksal wird in diesem Dokumentarfilm gezeigt: In einer unberührten Landschaft in den Weiten der Tundra von Weißrussland müssen sich zwei Braunbärkinder ebenfalls ohne Mutter durchschlagen, nachdem diese gestorben ist. Doch Masha und Pasha sind schon so weit entwickelt, dass sie durch ihre Instinkte und das bisher Erlernte sich in der Natur durchsetzen können.

An allen drei Schauplätzen bieten sich unterschiedliche Bilder, aber auch viele Gemeinsamkeiten. So wohnen die Bärenjungen alle in Nachbarschaft von Wölfen - selbst im Berliner Zoo, wo Knut allerdings durch einen Zaun von den Rudelräubern sicher ist. Der hat es, obwohl eigentlich elternlos, ohnehin ziemlich kommod und muss sich im Gegensatz zu seinen Artgenossen keine Sorgen um den Nachschub seiner Leibspeise machen: frischen Fisch.

Film-Inhalt  

Thomas Dörflein hat Spaß mit Knut
Thomas Dörflein hat Spaß mit Knut

  Hintergrund

Knuts Verwandter in Weißrussland
Knuts Verwandter in Weißrussland

Eisbärnachwuchs in Gefangenschaft ist äußerst selten. Experten vermuten, dass dies an den in den Keimen liegt, die in der dicht besiedelten menschlichen Zivilisation zuhauf vorkommen und im natürlichen Lebensraum des größten Landraubtieres der Erde am Polarkreis kaum vorkommen - daher fehlt ihnen die Abhärtung gegenüber diesen Organismen.

Wenn, wie in Knuts Fall, dann auch noch ohne die Immunstoffe der Muttermilch aufgezogen werden, verstärkt sich dieses Problem, was am traurigen Fall von dessen Zwillingsbruder deutlich wurde. Daher wurden bei ihm diese Stoffe durch ein Serum aus Toscas Blut regelmäßig zugeführt. Trotzdem kränkelte der kleine Eisbär während seiner ersten Lebensmonate immer wieder.

Der Braunbär, von dem in dieser Dokumentation auch ein Geschwisterpaar beobachtet wird, ist mit dem Eisbären sehr eng verwandt. So ist es vereinzelt gelungen, in Zoos beide Arten zu kreuzen.

5. Dezember 2006: Im Zoologischen Garten Berlin werden gegen 15 Uhr Eisbärzwillinge geboren, die Eltern sind Tosca und und Lars. Die Neugeborenen werden von der Mutter verstoßen; der Tierarzt Dr. André Schüle entschließt sich, die Tiere vom Pfleger Thomas Dörflein aufzie n zu lassen. Die beiden Eisbären verbringen die meiste Zeit im Brutkasten.

9. Dezember 2006: Der Zwillingsbruder von Knut erliegt einer bakteriellen Magen-Darm-Erkrankung. Um den Überlebenden vor dem gleichen Schicksal zu bewahren, wird aus dem Blut der Mutter ein Schutzserum angefertigt.

22. Januar 2007: Knut hat die kritische Phase überwunden und den Brutkasten verlassen. Die Zooleitung lässt offiziell seine Geburt verlauten - der erste Erfolg seit 33 Jahren.

30. Januar 2007: Der Medienrummel um Knut beginnt, der RBB berichtet regelmäßig über die Entwicklung des Eisbärbabys, Redakteur Georg Berger richtet ein Blog im Internet ein.

15. März 2007: Der Aktienkurs der Zoologischer Garten Berlin AG hat sich auf über 4.000 Euro fast verdoppelt.

23. März 2007: unter den Augen von über 500 Journalisten erscheint Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und übernimmt die Patenschaft für Knut

25. März 2007: Das Merchandising läuft auf Hochtouren, Plüschtiere und andere Souvenirs werden in alle Welt verschickt.

April 2007: Eine Morddrohung gegen Knut heizt den Medienrummel erneut an. Annie Leibovitz, Fotografin des US-Magazins Vanity Fair, lichtet Welstar Knut für das Titelblatt ab.

Mai 2007: Pflegevater Dörflein zieht aus dem Gehege aus. Knuts Gewicht beträgt mittlerweile 22 Kilogramm.

Juli 2007: Der Millionste Knut-Besucher wird von der Zooleitung feierlich begrüßt. Knut zieht in ein anderes Gehege im Tierpark Friedrichsfelde um und wohnt dort mit Brillenbären zusammen.

November 2007: Der Zoo Neumünster meldet Ansprüche an: Knuts Vater Lars wurde 1999 an den Berliner Zoo "ausgeliehen" und eine Teilhaber am Nachwuchs vertraglich zugesichert.

5. Dezember 2007: An seinem ersten Geburtstag bringt Eisbär Knut stattliche 110 Kilogramm auf die Waage und feiert mit Weintrauben und Musik.

11. Dezember 2007: Knuts Nachfolgerin als Medienstar wird im Tiergarten Nürnberg geboren und auf den Namen "Flocke" getauft.

6. März 2008: "Knut und seine Freunde" feiern Premiere auf der Leinwand.

Chronologie eines Stars  

Eisbären sind Wasserfreunde
Eisbären sind Wasserfreunde

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Knut hat Neugier und Hunger
Knut hat Neugier und Hunger

  Stab und Besetzung

Knut ist ein echter Filmprofi
Knut ist ein echter Filmprofi
Regie:
Michael Johnson

Buch:
Michael Johnson, Theresa Alto

Kamera:
Uwe Anders, Thomas Behrend, Rainer Bergomaz, Roland Gockel, Manfred A. Hagbeck, Alexander Huf, Christina Karliczek, Anton Klima, Thomas Koppehele, Yung Sandy, Andrè Schüle

Schnitt:
Bettina Vogelsang, Sala Deinema, Jenny Stommel

Produktion:
Jost-Arend Bösenberg, Jörn Röver

Musik:
Peter Wolf

Zeitgleich mit dem Film "Knut und seine Freunde" in der Regie von Michael Johnson liefen am 06.03.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Step up to the Streets
Tanz-Drama, USA, 2008


Kirschblüten - Hanami
Drama, Deutschland, Japan, 2008


Keller - Teenage Wasteland
Jugenddrama, Österreich, Deutschland, Italien, 2008


Im Tal von Elah
Thriller-Drama, USA, 2007


Frei nach Plan
Tragikomödie, Deutschland, 2007


Die Schwester der Königin
Liebesdrama, England, 2008


10.000 BC
Abenteuer, USA, Neuseeland, 2008

Ebenfalls im Kino  



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