Darsteller: Cate Blanchett (Jude Quinn), Ben Whishaw (Arthur Rimbaud), Christian Bale (Jack Rollins), Richard Gere (Billy the Kid), Marcus Carl Franklin (Woody Guthrie), Heath Ledger (Robbie Clark)
Bob Dylan - Songwriter, Musiker, Poet und Popikone - besitzt eine geradezu chamäleonartige Verwandlungsfähigkeit. Das jedenfalls meint der Drehbuchautor und Regisseur Todd Haynes. In seinem biographischen Film "I'm not there" lässt er folglich gleich sechs Schauspieler in Rollen von Persönlichkeiten schlüpfen, die collagenhaft einen der jeweiligen Lebensabschnitte des Künstlers symbolisieren.
Ende der 1950er Jahre: Bob Dylan alias Robert Allen Zimmermann schlägt sich als 11-jähriger durch die Lande - wie einst Woody Guthrie (Marcus Carl Franklin). Er schläft in Güterwagons, prügelt sich mit Landstreichern, kommt zu Gastfamilien und läuft wieder weg. Zwischendurch komponiert er und textet Gitarren-Songs.
Im Alter von 19 Jahren schreibt Bob scharfzüngige Texte - wie einst Arthur Rimbaud (Ben Whishaw), der dafür vor einen Untersuchungsausschuss kam.
Anfang der 1960er Jahren ist Dylan ein kritischer Sänger einer neuen Generation, wie einst der Folkbarde Jack Rollins (Christian Bale), und wird ein "Troubadour des Gewissens" genannt. Doch dann beginnt er, sein Publikum zu beleidigen und zeigt Verständnis für die Ermordung John F. Kennedys - ein Unding in den USA, damals wie heute.
Auf dem Gipfel seines Erfolges ist Dylan ein gefeierter Bandleader - wie einst Jude Quinn (Cate Blanchett). Doch dann schockiert er seine Anhängerschaft mit elektrifizierten Rocksongs, die er mit Bandbegleitung spielt. Nur mit Mühe kann ein aufgebrachter Folkpurist davon abgehalten werden, das Stromkabel mit einer Axt zu durchtrennen.
Anfang der 1970er Jahre versucht sich Bob Dylan als Schauspieler und Familienvater - ebenso vergeblich wie einst der Schauspieler Robbie Clark (Heath Ledger). Es ist die Zeit des gescheiterten Vietnamkrieges und des Nixon-Skandals.
Vorübergehend zieht sich Dylan aus der Öffentlichkeit zurück und gerät fast in Vergessenheit - wie einst der legendäre, aber in die Jahre kommende Outlaw Billy the Kid (Richard Gere). Billy lebt zurückgezogen auf einer einsamen Farm irgendwo im Hinterland von Missouri. Dorthin hat er sich zurückgezogen, nachdem Pat Garretts Kugel ihn seinerzeit verfehlte, und dort will er eines Tages sterben...
Film-Inhalt
Im Studio
Hintergrund
Durch die Lande
Das Drehbuch zu "I´m not there" schrieb Todd Haynes, der auch Regie führte. "Bob Dylans künstlerische Leistung bedarf wahrlich keiner weiteren Bestätigung meinerseits", meint er zu seinem Protagonisten. "Die einen halten ihn für den größten Liedschreiber aller Zeiten, den anderen ist er völlig egal. Doch er ist unbestritten eine der einflussreichsten Größen der Popmusik und der Nachkriegskultur, ob man ihn nun mag oder nicht."
Nach der Weltpremiere auf dem Telluride Film Festival am 31. August 2007 und der Teilnahme am Toronto International Film Festival gab es für "I'm no there" weitgehend positive Kritiken.
Auf dem Fimfestival in Venedig 2007 wurde der Film mit dem CinemAvvenire Award als Bester Film ausgezeichnet, Regisseur Todd Haynes gewann den Spezialpreis der Jury für die Beste Regie und Cate Blanchett den Volpi Cup als Beste Darstellerin.
Die Verkörperung von Jude Quinn brachte Cate Blanchett auch einen Golden Globe als Beste Nebendarstellerin - eigentlich ja für die beste männliche Nebenrolle - und eine Oscar-Nominierung ein.
Gedreht wurde im Sommer 2006 in Montreal, Kanada.
Bob Dylan wurde unter dem bürgerlichen Namen Robert Allen Zimmermann am 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota geboren. Seine Eltern waren Nachfahren ukrainisch-jüdischer Immigranten.
Bob Dylan hat die Entwicklung der Popmusik seit den 1960er Jahren wie kaum ein anderer Musiker beeinflusst, und kaum ein anderer wurde von so vielen Musikern zitiert oder kopiert wie er. Dabei mischte und experimentierte er immer wieder mit verschiendenen traditionellen Musikstilen und mit modernen Komponenten.
Darüber hinaus engagierte er sich auch politisch und betätigte sich als Schriftsteller. Seit 1996 wurde er auch immer wieder als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gehandelt.
1965 heiratete Dylan Sara Lownds. Aus der Ehe, die 1977 geschieden wurde, gingen vier Kinder hervor.
Im Herbst 2007 veröffentlichte Dylan sein bislang letztes Album. Zeitgleich lief in der Kunstsammlung Chemnitz eine Ausstellung mit Zeichnungen und Aquarellen von ihm.
Bob Dylan trat unter anderem unter den Künstlernamen Elston Gunn, Blind Boy Grunt, Lucky Wilbury/Boo Wilbury, Elmer Johnson, Sergei Petrov, Jack Frost, Jack Fate, Willow Scarlet und Robert Milkwood Thomas auf.
Kurzinfo Bob Dylan
Poet, Songwirter und - Landstreicher
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