Der deutsche Drehbuchpreis des Jahres 2006 ging an Tom Schreiber und Oliver Keidel. In "Dr. Aleman" erzählen sie - angeregt von der wahren Geschichte eines Freundes - über einen Medizinstudenten, dessen übermütige Abenteurlust sich zu einem Drama auf Leben und Tod entwickelt. Für Hauptdarsteller Augst Diehl wieder eine gute Gelegenheit, sein herausragendes Talent unter Beweis zu stellen.
Das Medizinstudium des 26-jährigen Marc Jimenez-Tränker (August Diehl) neigt sich dem Ende zu. Was noch aussteht, ist das praktische Jahr.
Und diese praktische Jahr will Marc auf keinen Fall in seiner Heimtstadt Frankfurt verbringen. Vielmehr zieht es ihn halb aus Abenteurlust, halb aus Hilfsbereitschaft nach Südamerika.
Schließlich wählt er das Krankenhaus von Cali in Kolumbien, nicht zuletzt, weil er selbst dem Kokain nicht ganz abgeneigt ist und dieses in Kolumbien nun einmal erheblich günstiger zu bekommen ist als irgendwo sonst auf dieser Welt.
Im Krankenhaus lernt Marc allerdings schnell die dunkle Seite der Drogenkartelle kennen: Fast jeden Tag muss er irgendein Opfer einer Schießerei unter konkurrierenden Banden zusammenflicken.
Dafür ist sein Verhältnis zu den Einheimischen umso besser. Bald schon nennt man ihm in seinen Viertel nur "Dr. Aleman". Marc spielt mit Kleindealern und Söldnern Fußball und verbringt seine Feierabende in deren Kneipen. Dank der Gastfamilie, bei der er wohnt, fühlt er sich schon bald in das Leben in Kolumbien voll und ganz integriert - ein fataler Irrtum, wie sich später zeigen soll.
Zunächst aber verläuft Marcs Leben in Harmonie. Mit der Kioskbesitzerin Wanda (Marleyda Soto) lernt er eine schöne und erfahrene Frau kennnen und lieben. Wanda kümmert sich nebenbei um die Waisenkinder des Viertels, die der Drogenkrieg jeden Tag auf den Straßen der Stadt zurücklässt.
Das Leben des Dr. Aleman ändert sich, als El Juez (Victor Villegas), der Boss einer örtlichen Bande und ein mehrfacher Mörder, an ihn herantritt und ihm vorschlägt, er möge sein Leibarzt werden.
Zwar hat Marc vom ersten Tag an das Abenteuer gesucht, doch so tief wollte er nun wirklich nicht mit den Drogenkartellen verflochten sein.
Aber El Juez ist niemand, dem man eine Bitte so einfach abschlägt. Und so muss Marc bald merken, dass nicht nur sein eigenes Leben in größte Gefahr gerät, sondern auch das seiner Geliebten...
Film-Inhalt
Ein Jobangebot lehnt man hier nicht so einfach ab
Hintergrund
Marc und seine neuen Freunde in Kolumbien
Das Drehbuch zu "Dr. Aleman" schrieb Oliver Keidel zusammen mit Tom Schreiber, der auch Regie führt. Noch bevor überhaupt die Dreharbeiten begonnen hatten, wurde das Buch mit dem Deutschen Drehbuchpreis 2006 ausgezeichnet.
"Dr. Aleman" ist Schreibers zweite Regiearbeit nach "Narren" im Jahre 2003. Inspiriert hat ihn dabei die wahre Geschichte eines Freundes. Schreiber erinnert sich:
Aus der leichten und abenteuerlustigen Erzählweise wurde eine immer orientierungslosere Aneinanderreihung von undurchsichtigen Geschichtsfetzen. Er schien den Überblick zu verlieren und sich in komplizierte Geschehnisse zu manövrieren..."
Gedreht wurde an den Originalschauplätzen in Cali, Kolumbien. Die Produktion, an der auch der Bayerische Rundfunk beiteiligt ist, wurde unter anderem mit Mitteln der Europäischen Union gefördert.
Für den "wahren" Marc hatte die Geschichte übrigens einen versöhnlicheren Ausklang als im Film: Er wurde anschließend Anästhesist in New York.
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