Als die USA in Vietnam eine schmachvolle Niederlage kassierte, nannte sie das offiziel noch "Polizeieinsatz". Der Einmarsch in den Irak 2003 wurde offiziell als Krieg geführt, und ebenso offiziell deklarierte George W. Bush nur wenige Wochen später dessen Ende durch einen militärischen Sieg.
Doch seither waren sowohl die US-Truppen wie auch die wiederaufgebauten Sicherheitskräfte und in noch viel höherem Maß die Zivilbevölkerung Opfer der instabilen Verhältnisse, die Fanatiker für ihre blutigen und hinterhältigen Gemetzel ausnutzen. Tausende tote US-Soldaten, die in ihre Heimat zurückgebracht wurden, ließen die Stimmung in der Bevölkerung kippen.
Dieser Irakkrieg war der Anlass zur "Freedom of Speech Tour", bei der die Rock-Veteranen Crosby, Stills, Nash, and Young zum ersten Mal seit langer Zeit wieder gemeinsam auftraten. Im Tournee-Bus befuhren sie Nordamerika, um das neue Solo-Album von Neil Young, "Living with War", zu promoten und ihre politische Einstellung kundzutun.
Mit dieser "unglaublichen Reunion-Tournee" standen sie in der Tradition ihrer triumphalen Ära der späten 1960er und 70er Jahre. Auch damals hatte die Formation den Protest ihrer Generation gegen den Vietnamkrieg zum Ausdruck gebracht und traf damit den Nerv der Zeit. An manchen Veranstaltungsorten kam gar wehmütiges Woodstock-Feeling auf.
Neil Young, der sich nach den Anschlägen des 11. September 2001 für deren Opfer eingesetzt hatte, dreht unter dem schon mehrfach verwendeten Pseudonym Bernard Shakey diesen Dokumentarfilm, der die musikalischen Events mit Reaktionen der Zuhörer und Interviews mit Soldaten und anderen Betroffenen des Irak-Engagements verknüpft.
Neben Konzertausschnitten aus einigen der insgesamt 29 Städte der USA und Kanada äußern sich Protagonisten wie Mike Cerre, der als "Embedded Reporter" von dem Einmarsch in den Irak berichtet hatte und auch diverse Zuschauer befragt. Er hatte im Irak auch Josh Hisle kennengelernt, der seine Militärkarriere an den Nagen gehängt hat und sich mittlerweile als Sänger betätigt. Das tut er auch auf der Bühne in Ohio, wo er seinen Song "A Traitor's Death" zusammen mit Neil Young vorträgt.
Film-Inhalt
Crosby, Stills, Nash & Young in Aktion
Hintergrund
Ex-Marine und Sänger Josh Hisle
1968 konnten David Crosby, Stephen Stills und Graham Nash, allesamt bereits auf eine erfolgreiche Karriere in ihren Bands zurückblicken. Weil Crosby sich mit den Byrds verkracht hatte, Nash mit einem Stilwechsel bei den Hollies unzufriedenwar und Stills Gruppe Buffalo Springfield sich auflöste, gründeten sie mit "Crosby, Stills & Nash - oder kurz CSN - ihre eigene Folkband, die ein Jahr später ihre erste LP herausbrachte, die sich gleich als Hit erwies.
Kurze Zeit später schloss sich ihnen Neil Young an, der zusammen mit Stills bereits bei Buffalo Springfield prägender Musiker war, und dessen Nachname den Bandnamen erweiterte - CSNY war geboren. Erfolgreiche Feuertaufe der neuen Formation war ihr Auftritt beim in der Folge legendären Woodstock-Festival 1969, über das Nashs damalige Freundin Joni Mitchell einen Song schrieb, mit dem CSNY 1970 einen Riesenhit landeten.
Darsteller: David Crosby, Graham Nash, Stephen Stills, Neil Young, Stephen Colbert, Chad Cromwell, Rick Rosas, Josh Hisle, Mike Cerre, Bo Alexander, Patrick Murphy, Karen Meredith