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Der Krieg des Charlie Wilson

USA, 2007
Drama, 98 Minuten, FSK: 12

Originaltitel:
Charlie Wilson´s War

Kino-Start:
07.02.2008

Regie:
Mike Nichols

Darsteller:
Tom Hanks (Charlie Wilson), Amy Adams (Bonnie Bach), Julia Roberts (Joanne Herring), Philip Seymour Hoffman (Gust Avrakotos), Brian Markinson (Paul Brown), Jud Tylor (Crystal Lee), Hilary Angelo (Kelly), Cyia Batten (Stacey)
Der Krieg des Charlie Wilson
TrailerPlakat
Kriege zu finanzieren, Waffen zu liefern und schließlich eine Großmacht in die Knie zu zwingen, diese Macht traut man allenfalls dem amerikanischen Präsidenten zu. Tatsächlich gelang dies aber in den 1980er Jahren einem "Hinterbänkler" des US-Kongresses. In "Der Krieg des Charlie Wilson" erzählt Regisseur Mike Nichols die wahre Geschichte dieses Abgeordneten. Der Film ist mit Tom Hanks, der auch produziert, Julia Roberts und Philip Seymour Hoffman bestens besetzt.

Winter 1979/80; der kalte Krieg ist in vollem Gange: Die Sowjetunion überfällt und besetzt Afghanistan, um die zuvor von ihr installierte, aber vom Volk verhasste kommunistische Regierung zu stützen.

Zu diesem Zeitpunkt ist der Texaner Charlie Wilson (Tom Hanks) ein politisch eher unbedeutender Abgeordneter im amerikanischen Kongress. Allerdings ist er Mitglied des Geheimdienst-Ausschusses, der unter anderem über die der CIA zustehenden Mittel zu entscheiden hat.

Wilson ist durch und durch ein Playboy, der sich stets mit einem Stab bestaussehender, junger Assistentinnen umgibt, was ihm seine Wähler allerdings regelmäßig verzeihen. Im Moment hat er genau zwei Probleme: Den hartnäckigen Staatsanwalt Rudy Giuliani - den späteren Bürgermeister von New York - abzuschütteln, der ihn wegen seines extensiven Kokain-Konsums verfolgt, und die texanische Schönheit und Multimillionärin Joanne Herring (Julia Roberts) ins Bett zu bekommen.

Die engagierte Antikommunistin Joanne überredet Wilson nach Pakistian zu reisen, wo sich die dortigen Regierungsbehörden bitterlich über die mangelnde internationale Unterstützung für die hunderttausenden afghanischen Flüchtlinge beklagen, die unter erbärmlichen Bedingungen in Camps nahe der Grenze hausen müssen.

Dabei erfährt er auch einiges über den verzweifelten Kampf der Mudschahedin, für die die gepanzerten sowjetischen Kampfhubschrauber die größte Bedrohung darstellen.

Wieder zu Hause in den USA beginnt sich Wilson vehement für die Unterstützung der Mudschahedin einzusetzten. Insbesondere macht er sich für die Lieferung von Boden-Luft-Raketen des Typs "Stinger" stark. Unterstützt wird er dabei von dem CIA-Abteilungsleiter Gust Avrakotos (Philip Seymour Hoffman), der die Sache zu seinem persönlichen Anliegen macht und dafür bereit ist, weit über den obliegenden Berufscodex hinauszugehen...

Film-Inhalt  

Charlie Wilson auf der Suche nach Geld und Liebe
Charlie Wilson auf der Suche nach Geld und Liebe

  Hintergrund

Beim CIA
Beim CIA

"Der Krieg des Charlie Wilson" beruht auf dem Buch "Charlie Wilson's War: The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History" des im Jahre 2006 verstorbenen CBS-Journalisten George Crile III, der im Jahre 1988 für die CBS eine einstündige Dokumentation über Wilson produziert hatte.

Die Geschichte beruht weitgehend auf Tatsachen, wenngleich auch der Film eine Reihe von humoristischen Übertreibungen und kleineren historischen Ungenauigkeiten enthält.

In den USA lief die 75 Millionen Dollar teuere Produktion am 21. Dezember 2007 an und erntete durchweg positive Kritiken. Zu den Golden-Golbe-Verleihungen 2008 konnte "Der Krieg des Charlie Wilson" nicht weniger als fünf Nominierungen verzeichnen (Beste Komödie, Bester Darsteller in einer Komödie, Bester Nebendarsteller, Bestes Drehbuch). Allerdings konnte der Streifen nicht eine einzige der begehrten Trophäen dann auch gewinnen.

Trotz der positiven Aufnahme des Films bei Kritikern und Presse blieb der wirtschaftliche Erfolg für die produzierenden Universal Studios aus: Der Film spielte in den USA weniger als 50 Millionen US-Dollar ein und blieb damit weit hinter den Erwartungen zurück.

Im Rahmen der damals streng geheimen "Operation Cyclone" finanzierten die USA den Widerstand gegen die sowjetische Besatzungsmacht in Afghanisten von anfänglich etwa 20 Millionen US-Dollar im Jahre 1980 bis zu geschätzten 630 Millionen im Jahre 1987. Die dafür notwendige Autorisierung erfolgte durch den damaligen US-Präsidenten Jimy Carter am 3. Juli 1979 und mithin bereits sechs Monate vor dem Einmarsch der Roten Armee. Allerdings waren zu diesem Zeitpunkt bereits zahlreiche sowjetische "Militärberater" in Afghanistan tätig.

Die Waffen - darunter auch zahlreiche "schultergestützte" Flugabwehr-Rakten vom Typ Stinger - wurden in der Regel von Pakistan aus nach Afghanistan eingeschleust. Die Ausbildung der Mudschahedin - über die Jahre an die 100.000 Mann - übernahm der pakistanische Geheimdienst ISI. An der Finanzierung der Aktion beteiligten sich auch Großbritannien, Saudi-Arabien und die Volksrepublik China.

Treibende Kraft hinter der Finanzierung der Aktion war 1979 der 1933 geborene, als Playboy verschriene, texanische Abgeordnete Charles Nesbitt "Charlie" Wilson, der als "Hinterbänkler" im US-Kongress Mitglied im Geheimdienstausschuss des US-Parlaments war, der u.a. über die Mittelverwendung und -bewilligung für die CIA zu entscheiden hat.

Auf Seiten der CIA war der griechisch-stämmige Abteilungsleiter Gust Avrakotos (1938 - 2005) Wilsons Ansprechpartner.

Aus den heute nicht mehr geheimen Protokollen einer Ausschusssitzung von damals sind von Wilson folgende Worte überliefert: "Die Vereinigten Staaten haben absolut nichts mit der Entscheidung dieser Menschen zu tun, [gegen die Sowjets] kämpfen zu wollen. ... Aber wir werden von der Geschichte verdammt werden, wenn wir sie mit Steinen kämpfen lassen."

Politisch, finanziell und persönlich unterstützt wurde Wilson von der texanischen Multi-Millionärin Joanne Johnson, die im Laufe ihrer fünf Ehen u.a. mit dem Immobilien-Mogul Robert King und dem späteren amerikanischen Außenminister James Baker III. verheiratet war. 1970 widmete sich eine Ausgabe der ZDF-Serie V.I.P.-Schaukel Joanne Johnson.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Kongress war Wilson sowohl als Lobbyist für einen israelischen Waffenfabrikanten als auch für die pakistanische Regierung tätig, was letztere - laut dem Wirtschaftdienst Bloomberg News - ihm mit immerhin 30.000 Dollar pro Monat honorierte.

Operation Cyclone  

Wilson (Tom Hanks) knüpft Kontakte
Wilson (Tom Hanks) knüpft Kontakte

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Philip Seymour Hoffman als CIA-Boss
Philip Seymour Hoffman als CIA-Boss

  Stab und Besetzung

In Pakistian
In Pakistian
"Der Krieg des Charlie Wilson" im Internet:

Offizielle Seite

IMDB-Eintrag (engl.)

Charles-Wilson-Archiv der Austin State University (engl.)

Ausführliche politische Biographie des Charlie Wilson (engl.)

Regie:
Mike Nichols

Buch:
Aaron Sorkin, George Crile

Kamera:
Stephen Goldblatt

Schnitt:
John Bloom, Antonia Van Drimmelen

Produktion:
Gary Goetzman, Tom Hanks

Musik:
James Newton Howard

Kostueme:
Albert Wolsky

Maske:
Luisa Abel

Darsteller:
Tom Hanks, Amy Adams, Julia Roberts, Philip Seymour Hoffman, Terry Bozeman, Brian Markinson, Jud Tylor, Hilary Angelo, Cyia Batten, Kirby Mitchell, Ed Regine, Daniel Eric Gold, Emily Blunt, Peter Gerety, Wynn Everett, Mary Bonner Baker, Rachel Nichols, Shiri Appleby, P.J. Byrne, John Slattery, Thomas Crawford, Joe Roland, Patrika Darbo, Amanda Loncar, Salaheddine Ben Chegra, Om Puri, Faran Tahir, Rizwan Manji, Maurice Sherbanee, Salam Sangi, Navid Negahban, Mozhan Marnò, Habib Saba, Nadia Miller, Michelle Arthur, Shila Vossugh Ommi, Edward Hunt, Michael Haley, Denis O´Hare, Michael Spellman, Russell Edge, Christopher Denham, Joseph Sikora, Gabriel Tigerman, Patrick Bentley, Marc Pelina, Ken Stott, Tracy Phillips, Aharon Ipalé, Ned Beatty, Mary Bailey, Trish Gallaher Glenn, Ron Fassler, Enayat Delawary, Nancy Linehan Charles, Daston Kalili, Pavel Lychnikoff, Ilia Volokh, Alexander Lvovsky, Sammy Shane, Moneer Yaqubi, Gabriel Justice, Siyal Mohammad, Quill Roberts, Jim Jansen, Harry S. Murphy, Spencer Garrett, Kevin Cooney

Zeitgleich mit dem Film "Der Krieg des Charlie Wilson" in der Regie von Mike Nichols liefen am 07.02.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Unsere Erde - Der Film
Dokumentation, Deutschland, England, 2007


Talk to Me
Drama, USA, 2007


Someone Beside You
Dokumentation, Schweiz, 2007


Saw IV - Sterben war gestern
Psychothriller, USA, 2007


Märzmelodie
Romantik-Komödie, Deutschland, 2008


Mein Freund, der Wasserdrache
Abenteuer, USA, England, 2007


Herr Vig und die Nonne
Dokumentation, Dänemerk, 2007


Der Jane Austen Club
Liebesdrama, USA, 2007

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