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Der Baader Meinhof Komplex

Deutschland, 2008
Drama



Kino-Start:
25.09.2008

Regie:
Uli Edel

Darsteller:
Martina Gedeck (Ulrike Meinhof), Moritz Bleibtreu (Andreas Baader), Johanna Wokalek (Gudrun Ensslin), Nadja Uhl (Brigitte Mohnhaupt), Jan Josef Liefers (Peter Homann), Stipe Erceg (Holger Meins), Niels-Bruno Schmidt (Jan Carl Raspe), Vinzenz Kiefer (Peter-Jürgen Boock), Simon Licht (Horst Mahler), Alexandra Maria Lara (Petra Schelm), Hannah Herzsprung (Susanne Albrecht), Tom Schilling (Josef Bachmann), Daniel Lommatzsch (Christian Klar), Sebastian Blomberg (Rudi Duschke), Heino Ferch (Dietrich Koch), Bruno Ganz (Horst Herold), Hans Werner Meyer (Klaus Rainer Röhl), Katharina Wackernagel (Astrid), Anna Thalbach (Ingrid), Volker Bruch (Stefan Aust), Thomas Thieme (Richter Dr. Prinzing), Jasmin Tabatabai (Hanne), Susanne Bormann (Irene Goergens), Alexander Held (Siegfried Buback), Michael Gwisdek (Gudruns Vater), Bernd Stegemann (Hanns Martin Schleyer), Hubert Mulzer (Jürgen Ponto), Annika Kuhl (Irmgard)
Der Baader Meinhof Komplex
TrailerPlakat
Die Zeit der Rote Armee Fraktion ist ein wichtiger Abschnitt in der deutschen Geschichte, der vom Ex-Spiegel-Chef Stefan Aust in dem Buch "Der Baader Meinhof Komplex" aufgearbeitet wurde. Produzent Bernd Eichinger, der auch die Drehbuchadaption übernahm, ist es gelungen, für seinen gleichnamigen Film gleich eine ganze Armee hochkarätiger deutscher Schauspieler zu verpflichten.

1968 haben auch in Deutschland die Studentenunruhen ihren Höhepunkt erreicht. Doch sie bewirken in der Politik nicht das, was sich ihre meist linksgerichteten Anhänger davon versprochen haben. Für sie hat sich der "Muff von 1000 Jahren" unter den Talaren noch nicht verzogen.

Die Regierung hat die Notstandsgesetze gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition verabschiedet, und die Gewerkschaften waren nicht bereits zu einem Streik dagegen. Der Tod des Studenten Benno Ohnesorg und das Attentat auf Rudi Dutschke, den Wortführer der Marxisten, haben deren Anhänger zusätzlich angestachelt.

Während manche Linke nach der Auflösung des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes resignieren und andere als Perspektive gewählt haben, den Weg durch die Institutionen zu beschreiten, entscheiden sich einige für einen radikalen Schritt: Sie wollen ihre Vorstellungen von einer "anderen Republik" mit Gewalt durchsetzen.

Der hitzköpfige Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) und die Lehrerin Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) bilden eine terroristische Gruppe, der sich auch die Journalistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) anschließt. Mit Brandanschlägen auf Kaufhäuser fängt es an, bald schrecken sie aber auch nicht vor Waffengebrauch zurück, und Bombenanschläge folgen, und auch Banküberfälle zur Finanzierung der Organisation gehören bald zu ihrem Repertoire.

Horst Herold (Bruno Ganz), der Präsident des Bundeskriminalamts, versucht sich in die Psyche der Täter hineinzuversetzen. Und tatsächlich gelingt es seinen Polizeikräften bald, Baader und Ensslin hinter Gitter zu bringen. Doch die Terroristen benutzen die Gerichtsverhandlungen als Bühne für ihre Rechtfertigungs-Propaganda.

Draußen setzen derweil die Mittäter der RAF drastische Mittel ein, um die Gefangenen wieder herauszuholen. Tatsächlich gelingt die Befreiung, nach weiteren Taten folgen die erneute Festnahme und langwierige Prozesse. Doch mittlerweile ist die zweite und dritte Generation der RAF aktiv, und deren Aktionen nehmen an Brutalität und Skrupellosigkeit noch zu.

Der Terrorismus findet seinen Höhepunkt in der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer (Bernd Stegemann) und dem Kapern der Lufthansa-Maschine "Landshut" durch palestinensische Terroristen, um die Bundesregierung zur Freilassung der Gefangenen zu erpressen...

Film-Inhalt  

Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) ist der Kopf der RAF
Andreas Baader (Moritz Bleibtreu) ist der Kopf der RAF

  Hintergrund

Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) ist skrupellos
Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek) ist skrupellos

Der am 1. Juli 1946 im niedersächsischen Stade geborene Journalist Stefan Aust ist in der deutschen Medienlandschaft wohl am bekanntesten für seine Posten als durchaus nicht unumstrittener Chefredakteur des Spiegel, von dem er 2008 geschasst wurde. Begonnen hatte er seine Karriere 1967 bei der linksextremen Postille "konkret", wo auch Ulrike Meinhof tätig war.

Er sieht sich selbst als intimer Kenner des inneren Führungskreises der RAF und hatte 1985 das Buch "Der Baader Meinhof Komplex" veröffentlicht. 1997 erschien eine überarbeitete Auflage, in der Erkenntnisse aus den 1990 zugänglichen Akten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR verarbeitet wurden.

Aus denen wurde ersichtlich, was der BND schon vorher wusste: Die StaSi hatte die linke Protestbewegung und später auch die RAF finanziell und logistisch unterstützt. So hatte sie auch Einfluss auf die Redaktion von "konkret" genomen, und später fanden RAF-Aussteiger in der DDR Zuflucht und erhielten eine neue Identität.

Die Befreiung von Andreas Baader durch Ulrike Meinhof, den RAF-Anwalt Horst Mahler und andere am am 14. Mai 1970 wird allgemein als Gründungszeitpunkt der "Rote Armee Fraktion" als Terrororganisation angesehen. Die Mitglieder lebten von nun an im Verborgenen, kurz nach der Befreiungsaktion setzten sich einige von ihnen nach Jordanien ab, um sich in einem Trainingslager der Al-Fatah militärisch ausbilden zu lassen.

Zunächst fiel die Gruppe durch Vorbereitungstaten wie Auto- und Dokumentendiebstähle und Banküberfälle auf. Die sogenannte "erste Generation" bestand aus etwa fünfzig Mitgliedern. 1972 übten sie Sprengstoffanschläge gegen US-Militäreinrichtungen, Polizeigebäude und das Axel-Springer-Hochhaus in Hamburg aus.

Im Juni 1972 wurden innerhalb von zwei Wochen Andreas Baader, Jan Carl Raspe, Holger Meins, Gudrun Ensslin und schließlich Ulrike Meinhof gefasst. Damit war der harte Kern der 1. Generation hinter Gittern. Für das Gerichtsverfahren wurde bei der JVA Stuttgart-Stammheim eigens ein Gebäude errichtet. Den langwierigen Prozess behinderten die Angeklagten mit prozesstaktischen Tricks, Hungerstreiks und Befangenheitsanträgen. Der Staat reagierte mit dem Erlass neuer Gesetze.

Holger Meins war schon vor Prozessbeginn durch den Hungerstreik gestorben, Ulrike Meinhof erhängte sich am 8. Mai 1976 in ihrer Zelle. Die übrigen Delinquenten wurden am Am 28. April 1977 zu lebenslanger Haft verurteilt. Während des Prozesses und auch danach versuchten die RAF-Terroristen der 2. Generation, die Gefangenen freizupressen.

Auf deren Konto gingen die Entführung von Peter Lorenz, die Geiselnahme von Stockholm sowie Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback und des Dresdner-Bank-Chefs Jürgen Ponto. Der Terror gipfelte im "heißen Herbst", als mit der Entführung des Arbeitgeberpräsidents Hanns Martin Schleyer am 5. September und schließlich der Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut am 13. Oktober 1977 durch palästinensische Terroristen die Bundesregierung vor ihre wohl schwerste Entscheidung stellte.

Nachdem die Geiselnahme der Landshut in Mogadischu am 18. Oktober durch ein Einsatzkommando der GSG 9 gewaltsam beendet wurde, begingen die Insassen in Stammheim kollektiv Selbstmord, und Schleyer wurde liquidiert. Danach lagen die Aktivitäten einige Jahre weitgehend brach, bis die 3. Generation der RAF mit der Ermordung des MTU-Chefs Ernst Zimmermann am 1. Februar 1985 eine weitere Terrorserie in Gang setzte.

Zu ihr gehörten Siemens-Vorstandsmitglied Karl Heinz Beckurts, der Diplomat Gerold von Braunmühl, Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen sowie drei Menschen im Zusammenhang mit einem Sprengstoffanschlag auf die Rhein-Main Air Base in Frankfurt. Beendet wurde diese Serie am 27. Juni 1993 mit einem Großeinsatz der GSG 9 im mecklenburgischen Bad Kleinen, der durch den in die RAF eingeschleusten V-Mann Klaus Steinmetz eingeleitet wurde.

Dabei wurde Birgit Hogefeld festgenommen und bei einem Feuergefecht Wolfgang Grams getötet, bei dem der GSG-9-Mann Michael Newrzella ebenfalls tödlich verletzt wurde. Am 20. April 1998 ging bei der Nachrichtenagentur Reuters ein Schreiben ein, mit dem die RAF ihre Auflösung erklärte.

Kurzinfo RAF  

BKA-Chef Horst Herold (Bruno Ganz)
BKA-Chef Horst Herold (Bruno Ganz)

Zur Grossansicht bitte auf das jeweilige Bild klicken:

Bild-Gallerie  

Herolds Assistent (Heino Ferch)
Herolds Assistent (Heino Ferch)

  Stab und Besetzung

Brigitte Mohnhaupt (Nadja Uhl) gehört zur 2. Generation
Brigitte Mohnhaupt (Nadja Uhl) gehört zur 2. Generation
"Der Baader Meinhof Komplex" im Internet:

Bundeszentrale für politische Bildung

Regie:
Uli Edel

Buch:
Bernd Eichinger, Stefan Aust

Kamera:
Rainer Klausmann

Schnitt:
Alexander Berner

Produktion:
Bernd Eichinger, Martin Moszkowicz, Manuel Malle, Tomas Gabrissa

Musik:
Janis Joplin, Peter Hinderthür, Florian Tessloff, Hinrich Dageför, Bob Dylan, Deep Purple

Kostueme:
Birgit Missal

Maske:
Waldemar Pokromski

Darsteller:
Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Nadja Uhl, Jan Josef Liefers, Stipe Erceg, Niels-Bruno Schmidt, Vinzenz Kiefer, Simon Licht, Alexandra Maria Lara, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Daniel Lommatzsch, Sebastian Blomberg, Heino Ferch, Bruno Ganz, Hans Werner Meyer, Katharina Wackernagel, Anna Thalbach, Volker Bruch, Thomas Thieme, Jasmin Tabatabai, Susanne Bormann, Alexander Held, Michael Gwisdek, Bernd Stegemann, Hubert Mulzer, Annika Kuhl

Zeitgleich mit dem Film "Der Baader Meinhof Komplex" in der Regie von Uli Edel liefen am 25.09.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf
Animation, USA, 2008


Pathology
Horrorthriller, USA, 2008


Day Night Day Night
Drama, USA, 2006

Ebenfalls im Kino  



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