Gleich fünf der bedeutendsten italienischen Filmpreise Donatello konnte Daniele Luchettis Produktion "Mein Bruder ist ein Einzelkind" erringen. Der Film über zwei rivalisierende Brüder im politisch unruhigen Italien der 1960er Jahre lockte im Stammland über eine Million Zuschauer in die Kinos.
Die italienische Stadt Latina, in den frühen 1960ern: Die beiden halbwüchsigen Brüder Accio (Elio Germano) und Manrico (Riccardo Scamarcio) machen sich gegenseitig die Aufmerksamkeit ihrer Familie streitig. Während der gutaussehende Manrico leichtes Spiel bei den Frauen hat, ist der jüngere Accio eher widerspenstig.
Seine Eltern Ettore (Massimo Popolizio) und Amelia (Angela Finocchiaro) haben ihn daher aufs Priesterseminar geschickt. Doch auch dort verhält er sich ziemlich aufsässig. Auch die ältere Schwester Violetta (Alba Rohrwacher) sieht er sich gegenüber vorgezogen.
So wendet sich Accio von seiner eher der Arbeiterklasse zugehörigen Familie ab und erliegt den Parolen der neofaschistischen Partei MSI. Derweil steigt sein älterer Bruder bei den Kommunisten zum Arbeitersprecher auf. Die Veranstaltungen der Linken, die bessere Arbeitsbedingungen einfordern, stört der Jüngere mit seinen rechten Kumpanen, wobei er auch vor Gewalt nicht zurückschreckt.
Was die Sache nicht besser macht, ist Manricos neue Freundin Francesca (Diane Fleri), in die sich Accio unsterblich verliebt. Da sie für ihn allerdings unerreichbar scheint, lässt er sich von Bella (Anna Bonaiuto), der Ehefrau seines faschistischen Parteigenossen Mario Nastri (Luca Zingaretti) verführen.
Während Accio von der Gewalttätigkeit der Faschisten allmählich abgeschreckt wird und beginnt, sich von ihnen zu distanzieren, wird Manico in der brutalen Auseinandersetzung mit den Rechten zunehmend fanatisiert und verstrickt sich immer tiefer in kommunistische Ideologien und schreckt seinerseits nicht mehr vor handfesten Auseinandersetzungen zurück..
Film-Inhalt
Manrico (Riccardo Scamarcio) ist von Frauen umschwärmt
Hintergrund
Accio (Elio Germano) opponiert
Der am 26. Juli 1960 in Rom geborene Daniele Luchetti hat Kunstgeschichte und italienische Literatur studiert und anschließend die Filmschule des traditionsreichen französischen Filmkonzerns Gaumont absolviert.
Er hatte bereits 1988 mit seinem Debütfilm "Domani accadrà" einen Premi David di Donatello als bester neuer Regisseur gewonnen. Für "Mein Bruder ist ein Einzelkind" ("Mio fratello è figlio unico") gab es für ihn eine der fünf Auszeichnungen für das beste Drehbuch.
Dem Ensemble hat er bestrebt, die größtmögliche Freiheit zu gewährleisten. Etliche Szenen wurden ohne vorherige proben gedreht, und der Regisseur hat mit dem gleichzeitigen Betrieb von mehreren Kameras eine Live-Atmosphäre kreiert, in denen die Darsteller ohne Zwänge agieren sollten.
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Zeitgleich mit dem Film "Mein Bruder ist ein Einzelkind" in der Regie von Daniele Luchetti liefen am 15.05.2008 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an: